Abwrackprämie für Kutter auf der Ostsee

Deutsche Fischer entlang der Ostsee könnten von der EU eine Abwrackprämie erhalten, wenn sie ihre Kutter stilllegen. Für manche Fischer bietet dies vielleicht eine Perspektive. Fischbestände werden sich erholen.  Aber auch der Charakter der Häfen entlang der Ostseeküste wird sich verändern.

Auf die Finanzhilfen haben sich Unterhändler des EU-Parlaments, der EU-Staaten und der EU-Kommission geeinigt. Die Flotte der Kutter soll deutlich kleiner werden, damit sich die gefährdeten Fischbestände erholen können. Geschützt werden soll vor allem der „östliche Dorsch“, für den seit Juli 2019 ein vorläufiges Fangverbot herrscht.

Details der Einigungen sind noch nicht offiziell bekannt. Nach Angaben des EU-Europaabgeordneten Niclas Herbst gibt es die Finanzhilfe aber nur dann, wenn die Boote tatsächlich abgewrackt werden. Pro Bruttoraumzahl (die angibt, wie groß ein Fischerboot ist) sind dabei 5000 € im Gespräch. Für eine Stilllegung sollen mindestens 50.000 € und maximal 850.000 € gezahlt werden.

Greenpeace begrüßt Abwrackprämie für Kutter

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern arbeiten noch knapp 300 Fischer auf der Ostsee. Erste Reaktionen scheinen eher verhalten auszufallen: Auf Anfrage von NDR 1 Radio MV hieß es beispielsweise von der Fischereigenossenschaft Freest, dass aktuell nur einer ihrer insgesamt 23 Fischer eine Abwrackprämie annehmen würde.

Wenn sich die Bestände erholt haben oder nach fünf Jahren soll eine Aufnahme der Fischerei wieder möglich sein. Ein Sprecher von Greenpeace sagte, dass es grundsätzlich richtig sei, Fischern eine Abwrackprämie oder Übergangsgelder zu zahlen. Kontrolliert werden müsse aber, dass es tatsächlich zu einem Fangstopp kommt. Außerdem sei es dringend erforderlich, endlich ein langfristiges Konzept für echten Meeresschutz in der Ostsee umzusetzen.

Hinweis: Das Titelfoto dieses Beitrags kommt von Oliver Meiske, der in Ankerherz Blog über eine morgendliche Ausfahrt mit den Ostseefischer berichtete.

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