ANKERHERZ AUF REISEN: Die Leuchtturm-Insel Bass Rock

Es gibt Orte, die zu einem sprechen. Die Geschichten erzählen, wenn man sie nur sieht. Ein Ort wie Bass Rock, die Insel mit dem Leuchtturm, im Osten von Edinburgh.

Von diesem Felsen geht auch etwas Bedrohliches aus, etwas Unheimliches. Wie hingeworfen liegt er  vor der alten Burgruine von Tantallon Castle, zwei Kilometer vor der Küste im Firth of Forth. Tausende Seevögel sind aus der Ferne zu erkennen, die den grauen Stein umkreisen. Die größte Kolonie von Basstölpeln der Welt.

Könige, Soldaten, Gefangene und Leuchtturmwärter haben auf der Insel gelebt, die in der Karbon-Zeit von einem Vulkan ausgespuckt wurde. So steht es auf einer großen Tafel: Im achten Jahrhundert soll der Heilige St. Baldred hier Unterschlupf gefunden haben, und als er 752 starb, errichtet man zu seinen Ehren eine kleine Kapelle. 1406 segelte der schottische König James I auf einer Flucht vorbei und steuerte eine Burg an, die von der Lauder Familie auf dem Rock errichtet worden war.

Schmuggler, Könige, Piraten

Zu seinem Pech wurde der erst zwölf Jahre alte Monarch auf dem weiteren Weg nach Frankreich von Piraten entführt, die ihn, um Lösegeld zu kassieren, an die Engländer übergaben. Als er nach 18 Jahren freikam, ließ er seinen Cousin Murdoch, einen Verräter, internieren. Wo? Auf Bass Rock.

Seevögel schreien, die Wellen der Nordsee branden an die Küste. Es ist ein echter Ort, etwas fernab von allem, und anders als andere Attraktionen wie Stonehenge zum Beispiel oder das Urquhart Castle am Loch Ness, die von Touristenmassen überrannt werden und aus deren Zauber Plastikspielzeug wurde, haben Tantallon und die Leuchtturm-Insel ihren schroffen Charme behalten. Man kann sich vorstellen, wie Schmuggler in den Höhlen des Felsens operieren. Fünf Freunde-Land.

Der Leuchtturm auf Bass Rock

Die nächste Geschichte: Im 16ten Jahrhundert errichteten die Herrscher eine Garnison auf der Insel; hundert Soldaten lebten hier und überlebten, in dem sie sich von Fisch ernährten und mit den Nestern der Seevögel heizten. Bass Rock war ein unwirtlicher, ein menschenfeindlicher Ort, aus dem ein Jahrhundert später ein berüchtigtes Gefängnis wurde. Die hohen Felswände und die starke Stömung machten eine Flucht nahezu unmöglich.

 

Als es vier jakobitischen Gefangenen gelang, aus ihren Zellen zu entkommen und Kontrolle über Bass Rock zu erlangen, schafften sie es, den Felsen gegen die Truppen der Regierung zu verteidigen. Drei Jahre lang. Am 1. November 1902 erhielt der Rock sein Wahrzeichen, den weißen Leuchtturm. Wie mag, das Leben für den Leuchtturmwärter hier gewesen sein, inmitten der Wellen, inmitten von mehr als hundertfünfzigtausend Vögeln? Erst 1988 wurde der Turm automatisiert.

Die Geschichten von Bass Rock bleiben bestehen.

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