ANKERHERZ PLACES: New York

New York ist die Stadt der Aufsteher, vielleicht mag ich sie deshalb so sehr. Es ist die Stadt, die sich niemals unterkriegen lässt.  Eine Stadt, in der man ernsthaft überlegt, zwei Tage nach dem schlimmsten Hurrikan des Jahrhunderts einen Marathon durchzuziehen. Eine Stadt als ein gewaltiges Puzzle, so vielschichtig, so laut, so bunt, so still, so rastlos, so zauberhaft. Eine Stadt, die das Beste vereint und einen das Schlimmste nicht vergessen lässt.

NYC, drei Buchstaben, ein Versprechen.

Auf dem Time Square sah ich in einer Winternacht einen fast nackten Mann. Er trug einen weißen Cowboyhut, weiße Cowboy-Boots und spielte Country auf einer weißen Gitarre. Es klang furchtbar. “Naked Cowboy” stand auf seiner Unterhose. Direkt neben ihm hielt ein anderer Typ in einem Kapuzenshirt ein Schild in die Höhe: “Das Ende ist nahe”. New York ist eine Stadt der Gesten. Nicht lange ist es her, als die kleine Geschichte des Police Officers Larry DePrimo um die Welt ging, der einem Obdachlosen nach einer kurzen Unterhaltung ein Paar Schuhe kaufte. Wer genau hinsieht, entdeckt solche Momente öfters.

 

Einmal beobachtete ich nach einem Regenguss eine alte Dame, die an einer Kreuzung stand.Ich saß in der Rushhour in einem Taxi auf dem Weg nach JFK fest. Die alte Dame trug einen  braunen Mantel und eine große Sonnenbrille. Sie sah verloren aus, tropfend nass, sie stand einfach da. In den nächsten fünf Minuten, in denen sich der Wagen nur wenige Meter bewegte, sprachen mehr als ein Dutzend Passanten die alte Dame an. Bis ein großer Schwarzer kam, ein Kerl, schrankartig gebaut, wie ein Footballspieler. Er reichte ihr seinen Arm und führte sie über die Straße.  (.sk)

 

 

 

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ankerherz on Mai 09 2014

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