Aufatmen auf Wangerooge: Mumbai Maersk erfolgreich freigeschleppt

Aufatmen auf Wangerooge und an der Küste: Der festgefahrene Containerfrachter Mumbai Maersk ist in der Nacht vor der Insel freigeschleppt worden. Zwei große und sechs kleinere Schlepper zogen den Großcontainerfrachter mit auflaufenden Hochwasser aus dem Wattenmeer gezogen, teilte das Havariekommando in Cuxhaven mit.

Diese Nachricht ist eine große Erleichterung für die Menschen auf Wangerooge und entlang der Küste. Niemand wurde bei der Havarie der Mumbai Maersk verletzt und das große Schiff ist nicht beschädigt, sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt soll der Großcontainerfrachter nun nach Bremerhaven gebracht werden.

Die „Mumbai Maersk“ kam von Rotterdam und hatte sich beim Ansteuern der Wesermündung festgefahren. Zuvor war das Schiff den AIS-Daten zufolge eine Wende gefahren. Es blieb etwa sechs Kilometer vor der ostfriesischen Insel Wangerooge im Sand neben der Fahrrinne stecken. Ein erster Versuch, die „Mumbai Maersk“ zu bergen, war gescheitert. Die Schleppkapazität war zu schwach.

Großfrachter vor Wangerooge freigeschleppt

Beim zweiten Versuch gelang den Experten die Bergung. Offshore Schlepper Union Sovereign (178 t Pfahlzug, Foto), das Mehrzweckschiff Neuwerk (113 t Pfahlzug) und sechs Assistenzschlepper waren daran beteiligt. Zum Vergleich: ein normaler Hafenschlepper im Hamburger Hafen kommt auf 60 t Pfahlzug.

 

Wie es zum Unfall vor Wangerooge kommen konnte? Darüber wird im Norden weiter gerätselt. Die Wasserschutzpolizei ermittelt. Bekannt ist, dass ein Lotse an Bord war, als die „Mumbai Maersk“ im Kreis fuhr und dann aus dem Ruder lief. Spekulationen besagen, dass ein Ruderschaden Ursache gewesen sein könnte.

Diskussion auf politischer Ebene

Die Havarie der Mumbai Maersk hat, wie zu erwarten, schnell eine politische Ebene erreicht. „Unser Wattenmeer ist ein äußerst sensibler und besonders wertvoller Naturraum“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Der Unfall zeige, „dass wir ständig daran arbeiten müssen, den Schutz unserer Küsten vor Schadstoffunfällen zu verbessern“.

Er warf dem Bund vor, bei der Diskussion über mehr Sicherheit im Schiffsverkehr vor der Küste zu bremsen. Seine Forderung: Bei Sturm sollten große Schiffe auf Routen weiter von der Küste entfernt ausweichen. Eine Ansicht, die Experten aus der Seefahrt teilen. Auch der erfahrene Kapitän Volker Busenbender aus Hamburg äußerte sich im Interview mit Radio Ankerherz in dieser Hinsicht.

 

 

Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos) wünscht sich hingegen einen neuen Hochseeschlepper, der zum Schutz unmittelbar vor den Inseln stationiert ist. Dieser müsste leistungsstark genug sein, um Schiffe schnellstmöglich zu befreien. Ratsherr Peter Kuchenbuch-Hanken (Grüne) sieht dies ähnlich und hofft, dass die Diskussion um andere Routen endlich Früchte trägt. „Noch heute wird Ladung der vor drei Jahren havarierten „MSC Zoe“ angespült“, sagt er im Interview mit Radio Ankerherz. „Wir können doch nicht einfach auf das nächste Unglück warten“.

 

Dir gefällt der Ankerherz Blog vom Meer? Dann freuen wir uns, wenn Du uns einen Kaffee spendierst. Dankeschön!



0 comments