Container über Bord: Frachter verliert 1900 Stahlkisten im Sturm

Container über Bord: Ein Großcontainerfrachter der Reederei One hat im Sturm auf dem Pazifik Stahlkisten verloren. Was erstaunt, ist die Menge der beschädigten oder über Bord gegangenen Container. Mehr als 1900 Container sollen es nach Medienberichten sein.

Die „One Apus“ fuhr vom chinesischen Yantian nach Long Beach in Kalifornien, als sie 1600 Seemeilen nordwestlich von Hawaii durch einen Sturm musste. In der schweren See rollte das große Schiff stark. Das Ergebnis: Mehr als 1900 Container sollen beschädigt worden oder über Bord gegangen sein. Die genaue Zahl ist unbekannt. Wie groß das Chaos an Bord ist, dies belegen Aufnahmen, die in den Sozialen Medien kursieren. Dieses Foto zeigt den Blick von der Brücke Richtung Steven.

 

Die Behörden auf Hawaii gaben eine Warnung für das Seegebiet. Unter den vermissten Stahlkisten befinden sich mindestens 40 Gefahrgutcontainer. Die Reederei teilte inzwischen mit, dass das Schiff Richtung Japan zurückläuft, um die instabilen Containertürme zu richten und den Schaden einzuschätzen. Am 8. Dezember wird es im Hafen von Kobe erwartet.

Gefahr für die Seefahrt

Die One Apus ist 364 Meter lang und hat Platz für 14.000 TEU. Gebaut wurde sie 2019. Sie fährt unter der Flagge Japans. Laut aktuellen AIS-Daten befindet sich das Schiff bereits vor der Küste von Japan.  (Unser Titelbild zeigt ein Schwesterschiff beim Einlaufen in den Hafen von Hamburg.)

Container über Bord – das ist ein immer größeres Problem für die Seefahrt. Nach offiziellen Statistiken des World Shipping Council gehen jedes Jahr knapp 1400 Container über Bord. Was zeigt, wie gewaltig der Verlust von Bord der One Apus ist. Dabei werden diese Zahlen häufig angezweifelt. Nach Meinung vieler Experten liegen sie deutlich höher.

Wir erinnern uns: Im Januar 2019 verlor der Containerfrachter MSC Zoe in der Nordsee vor den niederländischen Inseln Ameland und Vlieland 340 Container. Noch Monate später waren die Strände der ostfriesischen Inseln verseucht. Als größter europäischer Unfall gilt der Fall der Svendborg Maersk, die im Jahr 2014 517 Stahlkisten in der Biskaya verlor.

Ein Alptraum im Wasser

Kapitän Klaus Ricke, erfahrener Seemann und Kapitän des Großseglers Alexander von Humboldt, erzählt im Gespräch mit Radio Ankerherz, wie stark ihn im Wasser treibende Container beunruhigen. „Unter Vollzeug im Dunklen draufzufahren, das ist ein Alptraum“, sagte er. „Wenn wir eine Ecke treffen, haben wir ein Loch im Schiff.“

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