Das Wunder von Bremerhaven: Seute Deern wird nachgebaut

Sensationelle Wende im Fall der historischen Bark Seute Deern: Vor wenigen Wochen hatte der Stiftungsrat des Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM), Eigentümer des Großseglers, noch beschlossen, das Wahrzeichen von Bremerhaven abzuwracken. Heute aber hat der Bund signalisiert, den Nachbau des historischen Schiffes zu finanzieren. Möglich gemacht hat dies der Einsatz des Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt (SPD) aus Bremerhaven.

Ihr Ende schien besiegelt und man überlegte bereits, was wohl mit Galionsfigur und Steuerrad geschieht. Ein Gutachten hatte den katastrophalen Zustand der “Seute Deern” beschlossen, die als “konstruktiver Totalschaden” gilt. Eine Rettung: zu teuer, zu aufwändig. Doch nun die Wende: Die Seute Deern lebt! Durch das Engagement von Uwe Schmidt (SPD) hat der Haushaltsausschuss des Bundestages in einer Bereinigungssitzung beschlossen, 46 Millionen € für den Erhalt des maroden Seglers bereitzustellen.

“Der Bund übernimmt die Kosten zu 100 Prozent und sichert so maritimes Erbe in der Seestadt. Das sind großartige Neuigkeiten”, heißt es in einer Stellungnahme des Abgeordneten. “Bremerhaven behält sein Wahrzeichen.”

Die Seute Deern lebt

Dies ist noch nicht alles: Auch für die Sanierung des Feuerschiffs Elbe III, das zur Museumsflotte des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM) gehört und ebenfalls in fragwürdigem Zustand ist, gibt der Bund 1.1 Millionen Fördergeld. Im Museumshafen könnte mit dieser Zusage etwas entstehen, das einzigartig ist in Deutschland.

Direkt in den Havenwelten, in denen Wissenschaftler viele Fragen der modernen Zeit von Klimawandel bis Auswanderung bearbeiten, wäre der Bau eines Trockendocks denkbar. Das historische Schiff könnte Schritt für Schritt vor Ort und unter den Augen der Öffentlichkeit restauriert werden.

Die Seute Deern ist einer der weltweit letzten historischen Großsegler aus Holz. 1919 lief das Schiff am Mississippi vom Stapel und kam nach einer bewegten Geschichte über Stationen in Finnland, Hamburg und Emden in den Museumshafen von Bremerhaven. “Ich erwarte vom DSM zügig ein entsprechendes Konzept zur Sicherung und zum dauerhaften Erhalt aller Museumsschiffe”, heißt es der Mitteilung von Uwe Schmidt.

Das Wunder von Bremerhaven

Zum Hintergrund: Anfang des Jahres hatte es auf der maroden “Seute Deern” gebrannt. Nach einem Wassereinbruch, bei dem die Pumpen ausfielen, die das Schiff schwimmfähig hielten, sackte es auf den Grund des Hafenbeckens ab. Nur dank leistungsstarker Pumpen ist das Schiff derzeit kein U-Boot mit Masten. Erst gestern kam es zu einem Feuerwehreinsatz: Ein Dieselaggregat war defekt und ein zweihundert Meter langer Ölteppich breitete sich im Alten Hafen aus.

Nun also die sensationelle Wende. Ein Feiertag für Bremerhaven und für alle, denen maritimes Erbe in Deutschland am Herzen liegt.

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