Dramatische Rettungsaktion: Segelyacht sinkt vor Borkum

Dramatische Rettungsaktion auf der Nordsee: Seenotretter haben in der Nacht auf den Himmelfahrtstag zwei Segler und eine Katze von einer sinkenden Segelyacht gerettet. Ihr Boot sank zwei Seemeilen nördlich von Borkum. Zuvor war die Yacht mit einem „Unterwasserhindernis“ kollidiert und leckgeschlagen.

Kurz nach Mitternacht am Himmelfahrtstag setzte der Skipper der Yacht ein „Maday“ ab, unmittelbare Lebensgefahr. Er meldete extremen Wassereinbruch nach Kollision mit einem unbekannten Hindernis. Die niederländische Rettungsleitstelle in Den Helder alarmierte sofort die Kollegen der Seenotzentrale in Bremen. Zum Zeitpunkt des Unglücks wehte der Wind mit fünf Beaufort über die Nordsee.

Segelyacht sendet “Mayday”

Der auf Borkum stationierte Seenotrettungskreuzer Alfried Krupp (Foto) lief mit Höchstgeschwindigkeit zur Unglücksstelle. Auch niederländische Rettungskräfte und ein Hubschrauber beteiligten sich an der Rettungsaktion. Das deutsche Lotsenboot „Fresena“ und das niederländische Lotsenboot „Lyra“ waren als erste vor Ort. Sie nahmen die Havaristen an Bord und retteten auch die Katze.

Das Hörbuch der Seenotretter: Mayday, gelesen von Till Demtrøder.

 

Mit dem Tochterboot „Glückauf“ holten die Seenotretter die Segler auf ihren Rettungskreuzer. Sie versorgten sie mit warmen Getränken. Die beiden sind unverletzt. Auch der Katze geht es gut. Versuche der niederländischen Seenotretter, die Segelyacht mit ihren starken Pumpen schwimmfähig zu halten, scheiterten. Das Leck unterhalb der Wasserlinie war zu groß. Man schleppte den Havaristen in flacheres Wasser, wo die Segelyacht auf Grund sank.

Container sind eine große Gefahr

Wie es zum Unfall kommen sollte, untersucht nun die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven. Im Wasser treibende Container sind eine große Gefahr für kleinere Wasserfahrzeuge wie Segelboote und Kutter. Das sagte erst vor kurzem Kapitän Claus Ricke, ein erfahrener Seemann, der u.a. die Alexander von Humboldt um Kap Hoorn navigierte, im Gespräch mit Radio Ankerherz. „Nachts auf einen Container zu laufen, ist der schlimmste Alptraum“, meinte er. „Danach hat man kaum eine Chance.“ Bei der Havarie der MSC Zoe waren im Januar knapp 341 Container über Bord gegangen. Seither läuft eine großangelegte Bergungsaktion, und die Inseln leiden bis heute unter den Spätfolgen. Die meisten Container aber schwimmen noch in der Nordsee.

Das Buch der Seenotretter: MAYDAY.

Wir haben den deutschen Seenotrettern mit unserem Buch “Mayday” ein Denkmal gesetzt. 25 Seenotretter berichten über die dramatischsten Einsätze ihres Lebens. Das Buch gibt es überall im Handel und hier bei uns im Online Buchladen von Ankerherz.

Radio Ankerherz sendet 24 Stunden am Tag Geschichten und Themen von der See. Unser kleiner Sender streamt von Helgoland in der Nordsee und ist unter www.radioankerherz.de weltweit zu empfangen. Hört rein!

 

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