EMAIL AUS DER NORDOSTPASSAGE

Ein Expeditionsteam mit den Deutschen Boris Herrmann und Tim Frank an Bord möchte die Nordostpassage nonstop durchsegeln. Vom russischen Murmansk führt die Route des Trimarans nördlich an Russland vorbei und endet nach mehr als 5000 Kilometern in Qingdao, dem Heimathafen des chinesischen Skippers Guo Chuan. Die Reise ist gefährlich: Stürme und Eis lauern auf die Abenteurer – und im Notfall ist Hilfe weit entfernt…

Kurz vor Abfahrt zum Weltrekordversuch hatten sich Profi-Segler Boris, 34, und Stefan Kruecken von Ankerherz auf ein Bier in der Haifisch Bar getroffen. Am Wochenende erreicht uns diese Nachricht aus dem Nordpolarmeer:

„Wir haben es fast geschafft. Zehn eisige Tage und über 2000 frostige, mühsam erkämpfte Meilen liegen hinter uns.  Dennoch, das Schwerste kommt glaub ich noch. In der Nacht von Sonntag auf Montag, als Ihr euch von der ersten Herbstkühle zu Hause gewärmt habt, drehte der Wind für uns auf Ost. Auf 175 Grad östlicher Breite und 74 Grad Nord stehen wir dann voraussichtlich bei -1 Grad Wassertemperatur, 30 Knoten Wind und drei Meter See, die von vorne kommt. Wird alles noch mehr vereisen ?

Wir Kreuzen. Können die Dünung deutlich spüren. Manchmal zittert der Trimaran. Wir sind am Rand des Eismeeres angekommen, dort, wo das ewige Eis beginnt. Heute Vormittag hatten wir plötzlich dieses Eis vor uns. Eine Barriere bis zum Horizont. Wir mussten wenden und uns durch große Eisklumpen schlängeln. Die Fock war zu einem Brett gefroren. Das See-Eis schimmert grünlich unter Wasser. Man möchte es berühren. Von hier könnte man zu Fuß zum Nordpol laufen. Leider haben wir noch keine Eisbären getroffen.

Wir verlieren die Kontrolle

Jochen und ich sind auf Wache. Es ist gespenstisch. Feiner Eisregen. Wir segeln mit 12 Knoten durch die Finsternis. Sehen nicht viel. Das Radar ist gut. Aber die kleinen Klumpen die wir vorhin überall um uns hatten ? Die Windinstrumente sind eingefroren. Der Windrichtungsmessung sitzt fest. Woher der Wind kommt, müssen wir jetzt erspüren. Wir kreuzen in dunkler Nacht und instabilen Winden so gut es geht. Ein kurzer Moment Stress: Wir treiben rückwärts! Winddreher und Steuerfehler. Wir verlieren die Kontrolle. Es ist manchmal sehr schwer, den Wind zu fühlen. Die Segel schlagen leicht. Alles kein Problem, aber von oben krachen Eisstücke  aus den Segeln herunter.  Wir fliehen unter Deck. Noch nie gehört von so etwas. Wieder Fahrt aufnehmen. Nach vorne schauen. Tränen laufen aus den Augen. Man will das Gesicht nicht lange in den Wind stecken. 

Die Nächte sind kurz hier. Bald wird es Licht geben. Die Routine geht weiter. Die Müdigkeit und Erschöpfung dosieren. Etwas Zeit zum Fotografieren, schreiben und Filmen abknapsen. Erhaschen des wenigen Lichtes wenn es mal durch die Wolken kommt. Dann beginnen die Farbschattierungen. Die Lichtnuancen. Die Räumlichkeit. Die Verwunschenheit dieses Ortes, den zu erleben wir nun so weit gereist sind.  Es lohnt sich immer wieder, der Neugierde nachzugehen.

Die Polarlichter über uns zucken. Email senden.“

 

Wir wünschen den Jungs alles Gute! Kommt heil zurück – auf ein Bier in der Haifisch Bar…

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