FOTOS EINES SEEMANNS – von einem Hochseeschlepper

Auf unserer Facebook-Seite entdeckten wir vor kurzem in einem Kommentar ein wundervolles Foto von See. Es zeigt eine Öhrbohrinsel, fotografiert durch ein Bullauge. Wir fragten nach, und der Absender Jörg Tews schickte uns noch mehr Aufnahmen aus seiner Arbeitswelt. Jörg arbeitet als Seemann auf einem Hochseeschlepper. Hier zeigen wir seine Bilder – und veröffentlichen eine kurze Geschichte, die er über sich schrieb. Lieben Dank!

Jörg schreibt:

“Ich wuchs in den schönen Fischerdorf Schlutup bei meinen Großeltern auf. Es war eine sehr bescheidene, aber glückliche Kindheit. Mein Großvater war Fischer und fuhr bis zur Rente hinaus auf die Ostsee zum Fischen. Seit ich denken kann war ich mit dabei, es gab nichts Schöneres. Schon mit sieben Jahren konnte ich fast perfekt Netze flicken. Aber dann kam ein Übel: die Schule.

Leider sprach ich kein Wort Hochdeutsch, sondern nur Plattdeutsch. So war das eben zu Hause.

Nach der Schule wurde dann wieder gefischt. Mit zwölf Jahren hatte ich dann selber Aalreusen und Netze und einen besten Freund, dessen Vater auch Fischer war. Wir haben uns als Kinder ein schönes Taschengeld verdient. Mit 15 dann fing ich eine Lehre auf einem Fischkutter an. Im Sommer fischten wir auf der Trave nach Aal, Barsch und Lachs, im Winter dann auf Dorsch und Sprotten in der Ostsee.

Der Gummistiefel

Meine erste Fahrt stand unter keinem guten Stern. Wir fuhren um 04.00 Uhr in Schlutup los. Die Trave runter in die Ostsee. Als wir das Schleppnetzes aussetzten, geriet es durch ein falsches Manöver in die Schraube. Es ging nichts mehr – und der Wind frischte gewaltig auf. Also wurde ein Seenotrettungskreuzer gerufen. Ich war so seekrank und musste mich gewaltig übergeben. Da ich in der Koje lag und den Fussboden nicht vollsauen wollte, schnappte ich mir einen Gummistiefel. War leider der Gummistiefel meines Lehrmeisters. Er war nicht so begeistert. Ich wollte nie wieder etwas mit Seefahrt zu tun haben.

Jörg Tews_Porträt

Nach der Lehre landete ich auf verschiedenen Großkuttern der “Nordsee-Rocker”, die auch in der Ostsee bei Bornholm fischten und in Travemünde ihre Fänge löschten. Irgendwann kam ich in Brake zu einem Fischereibetrieb, in dem eine sehr herzliche und familiäre Atmosphäre herrschte. Ich habe dem Reeder sehr viel zu verdanken. Hier in Brake lernte ich auch meine Frau kennen. Wir heirateten im Mai 1994. Im selben Jahr wurde unser Sohn geboren. Im Sommer 1996 erwarb ich das Patent Kapitän -BKü.

Leider war die Fischerei nicht mehr so ertragreich, zum Teil durch minimale Fangquoten und zum Anderen, weil  die Preise durch Importe kleingehalten wurden. So bewarb ich mich bei der Schlepper-Reederei Transport&Service. Dort bin ich bis heute beschäftigt und muss sagen, dass ich es nie bereut habe, der Fischerei den Rücken zu kehren. Ich arbeite jetzt auf dem größten Seeschlepper unserer Reederei.

 

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