Frachter in Schräglage vor Wangerooge – Panzer an Bord!

Aus der Tür der Haifisch Bar sieht man die „großen Pötte“, die in Hamburg einlaufen und wieder rausfahren. René, einer der Barkeeper, macht sich einen Spaß daraus, die größten Schiffe mit seinem Handy zu fotografieren. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, macht er das Foto der „Glovis Corona“, ein Autofrachter, der wie eine große, weiße Schrankwand die Elbe hinunter fährt.

Wenig später ist das Schiff, 193 Meter lang und 32 Meter breit, ein Thema im ganzen Norden. Im Sturm „Barbara“, der über die Deutsche Bucht zieht, verrutscht ein Teil der Ladung in schwerer See. Vor der Nordseeinsel Wangerooge gerät die „Glovis Corona“ in Schräglage, mit mehr als 15 Grad. Eine kritische Situation für das Schiff – zum Glück gelingt es der Mannschaft, Schäden an Bord zu reparieren und den Frachter mit mehr Ballastwasser neu zu trimmen.

Panzer an Bord?

Interessant ist die Ladung: Nach Recherchen von NDR1 Niedersachsen hat die „Glovis Corona“ neben Lastwagen auch Panzer geladen. Woher die Panzer stammen, für wen sie bestimmt sind? Das ist noch unklar. Nach einem Bericht der „Nordsee-Zeitung“ sollte das Schiff von Hamburg über Göteborg in den Mittleren Osten fahren.

Momentan sind Gutachter an Bord, die prüfen, ob die „Glovis Corona“ sicher Bremerhaven anlaufen kann, wo die Ladung neu verstaut wird. Im Hafen laufen offenbar schon vorbereitende Arbeiten an einem Ponton. Gespannt darf man sein, für wen die Ladung bestimmt ist.

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Container auf Wangerooge

Auf der Insel Wangerooge hat der Sturm „Barbara“ nicht nur schwere Schäden an der Strandkante hinterlassen. Mehr als 350.000 Euro kostet der Abbruch nach ersten Schätzungen. Die Inselverwaltung hat fünf andere Probleme: Container wurden angespült, beladen mit Holzlatten. Auch auf Spiekeroog und Norderney wurden Stahlkisten am Strand gemeldet, und man muss nicht die detektivischen Fähigkeiten von Sherlock Holmes besitzen, um zu ahnen, dass sie vom gleichen Containerschiff stammen. Wann die Kisten geborgen werden können, steht noch nicht fest. Der nächste Sturm wird bereits angekündigt.

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