Frachter treibt im Sturm auf die Insel Langeoog zu

Heute vor einem Jahr, am 29. Oktober 2017, erlebten die Menschen auf den Inseln Langeoog und Spiekeroog und entlang der gesamten Nordseeküste bange Stunden. Der Bulk-Carrier “Glory Amsterdam” hatte sich auf Reede liegend vor Helgoland losgerissen und trieb im Sturm auf die Inseln zu. Den Einsatzkräften der herbei geeilten Schlepper gelang es wegen des enormen Wellengangs nicht, eine Leinenverbindung herzustellen. Was würde passieren?

Wir erinnern an diesen Tag. Zum Glück ging die Havarie nach der Strandung glücklich ab. Es gab keine Verletzten und keine Ölpest im empfindlichen Ökosystem.

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Update, 20:40 Uhr +++ Frachter hat Grundberührung+++ 

Brecher schlagen gegen die Bordwand, der Sturm heult und die bange Frage ist: Hält das Schiff den Wellen der Brandung Stand? Es sind dramatische Stunden vor den Nordseeinseln Langeoog und Spiekeroog. Der Bulk-Carrier „Glory Amsterdam“ ist über Stunden von seiner Ankerposition in der Nordsee abgetrieben, hinein in die gefährliche Riffzone zwischen den Inseln. Das Havariekommando bestätigte eben auf Anruf von Ankerherz, dass das Schiff auf Grund liegt. Die 22 Crewmitglieder sollen aber erstmal an Bord bleiben. “Bei diesem Wetter wäre ein Übersteigen auf ein anderes Schiff zu gefährlich”, sagte eine Sprecherin.

Der Wellengang beträgt nach dem schweren Sturm bis zu acht Meter, was die Rettungsarbeiten extrem erschwert. Immer wieder hat die Besatzung des Hochseeschleppers „Nordic“ versucht, den manövrierunfähigen Frachter auf den Haken zu nehmen. Immer wieder brach die Schlepptrosse. Am späten Nachmittag konnte ein vierköpfiges  Bergungsteam von Bord eines Hubschraubers abgesetzt werden. Das Havariekommondo in Cuxhaven hat angekündigt, einen weiteren Schlepper zu entsenden.

Frachter treibt auf Langeoog zu

Für 22 Mann an Bord der “Glory Amsterdam” ist es eine gefährliche Situation. Die Wassertiefe beträgt noch etwa zehn Meter, das Schiff hat laut Vesselfinder sieben Meter Tiefgang. Die See entwickelt in flachen Gewässern eine ungeheure Kraft. Die Frage wird sein, ob das Schiff die Schläge der Wellen aushält.

Die „Glory Amsterdam“ ist 225 Meter und 32 Meter breit. Sie hat 1800 Tonnen Schweröl und 140 Tonnen Diesel an Bord. Es handelt sich um ein Doppelbodenschiff, d.h. es gibt zwei Außenwände. Nicht auszudenken, was passiert, wenn das Schiff in der Brandung zerbricht. Den Inseln und dem empfindlichen Ökosystem im Watt droht dann eine Ölpest.

Die “Glory Amsterdam” im Sturm.

Ein weiterer Rettungseinsatz vor Terschelling

Wir drücken den Seeleuten und den Einsatzkräften die Daumen, dass der Notfall gut ausseht. Auch vor der niederländischen Insel Terschelling gab es heute einen schwierigen Einsatz im Sturm. Brecher schlugen Brückenfenster des Schutzschiff „Drifa“ eingeschlagen. Das manövrierunfähige Schiff wird aktuell Richtung Den Helder geschleppt.

 

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