Freigeschleppt! Frachter vor Langeoog ist gesichert

Der Frachter „Glory Amsterdam“, der vor Langeoog auf Grund lief, schwimmt wieder frei. Zwei Schleppern ist es am Donnerstagmorgen gelungen, das 225 Meter lange Schiff in tieferes Wasser zu ziehen. Dies teilte das Havariekommando in Cuxhaven mit. Am Vorabend war es den Bergungsexperten gelungen, eine Leineverbindung herzustellen. In der Nacht hatte das Team damit begonnen, mehr als 20.000 Tonnen Ballastwasser abzupumpen. Das Schiff schwamm auf und konnte in der Flut dank der Kraft der Schlepper befreit werden. Es befindet sich auf dem Weg nach Wilhelmshaven, wie ein Sprecher des Havariekommandos auf Anfrage von Ankerherz bestätigte. „Der Frachter ist gesichert“. Schadstoffe sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht ausgetreten.

Die Glory Amsterdam vor der Insel Langeoog. (Foto: Olaf Klün)

Frachter vor Langeoog gesichert

Unterdessen wird Kritik an Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) laut, der die Situation am Mittwoch als „kritisch“ bezeichnet und eine Verschärfung der Sicherheitsvorschriften gefordert hatte. “Seeleute müssen auch in solchen Extremsituationen handlungsfähig sein“, sagte er, und vermutete „menschliches Versagen als Ursache des Ünglücks.“ Für Kapitän Stefan Schmidt aus Lübeck, Ankerherz-Kolumnist und Schiffsicherheitsexperte, ein Beleg für die Ahnungslosigkeit des Ministers. „Als ich das im Radio hörte, dachte ich zuerst: Was für ein Idiot“, sagt der erfahrene Seemann. In einem schweren Sturm sei es gefährlich und extrem schwierig, eine Leinenverbindung herzustellen.

Populismus aus Hannover

Es stellt sich auch die Frage, wie ein Landesminister von Hannover aus internationale Sicherheitsbestimmungen ändern will. Seiner Forderung haftet so das Aroma von Populismus an. Das Havariekommando hat indessen die Vorwürfe des Langooger Inselbürgermeisters Uwe Garrels (parteilos) zurückgewiesen. “Wenn es noch nicht mal gelingt, einen unbeladenen Frachter, der auf die Küste zutreibt, innerhalb von sechs Stunden zu stoppen, dann läuft etwas schief”, hatte Garrels gesagt. Die Besatzung des Schleppers „Nordic“ hatte immer wieder versucht, eine Leinenverbindung im Sturm herzustellen. Das Havariekommando verwies auf die extremen Wetterbedingungen. Während des Sturms herrschten Windstärke 11 und die Wellen waren acht Meter hoch. Für Männer an Deck sind dies lebensgefährliche Bedingungen.

 

 

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