Geisternetze: Bremer Ausstellung zeigt Kunst aus dem Meer

GEISTERNETZE -Kunst aus dem Meer. Eine Ausstellung im Bremer Überseemuseum widmet sich einem ernsten Thema, das künstlerisch aufbereitet wurde: Geisternetze, manchmal kilometerlang, die herrenlos in Weltmeeren treiben. Sie töten Fische und alles Leben – und sie werden auch für Landtiere immer mehr zur Bedrohung.  Auch bei uns: Er vor kurzem wurde in der Ostsee ein fünfhundert Meter langes Fischernetz entdeckt. Forscher haben festgestellt, dass in 97 Prozent der Nester von Basstölpeln auf dem Felsen von Helgoland Plastik gefunden wurde – Schnüre, Netzteile und Leinen.

Geisternetze – Kunst aus dem Meer

Im Bremer Überseemuseum eröffnet nun eine beeindruckende Sonderausstellung: Aus den am Strand angespülten Netzen fertigen nordaustralische Aborigines und Torres Strait Islanders dreidimensionale Kunstwerke, oftmals in Form ihrer Totemtiere. Es entsteht eine farbenfrohe Unterwasserwelt, mit der die Künstler eine Verbindung zu ihren Vorfahren herstellen und gleichzeitig auf die Zerstörung des Lebensraums Meer aufmerksam machen.Erstmals sind diese Arbeiten nun vom 24. August bis 25. November 2018 in Deutschland zu sehen. 16 Skulpturen, ergänzt um Filmmaterial und Fotos der Künstler bei der Herstellung ihrer Kunstwerke, werden im Kabinett Übersee ausgestellt.

Kunst aus Geisternetzen: Eine Ausstellung im Bremer Überseemuseum zeigt Kunst der australischen Ureinwohner. // Fotos: Bremer Überseemuseum

 

Mehrere Kilometer lange Netze wurden schon aus dem Ozean gezogen. Sie wurden von teils illegalen Fischern verloren oder einfach im Meer entsorgt. Bereits seit 2009 verarbeiten unmittelbar betroffene Künstler in Nordaustralien am Strand angespülte Ghostnets zu metergroßen Meerestieren. Die zehn Künstlerinnen und Künstler der Aborigine Community Pormpuraaw sowie der Erub Community der Torres Strait Islanders fertigen hier- für einen Metalltorso an, den sie mit den gefundenen Ghostnets umweben.

Durch die Einbindung ihrer persönlichen Totemtiere verbinden sie die Artefakte wieder mit dem Meer, ihrer Kultur und stellen einen spirituellen Bezug zu ihren Ahnen her. Gleichzeitig machen sie mit ihren Arbeiten auf die dramatische Vermüllung der Meere aufmerksam, mit der ihr eigener Lebensraum und der ihrer Totemtiere zerstört wird.

Geisternetze: Ausstellung wandert um die Welt

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Pariser Galerie Arts d’Australie. Alle Kunstwerke können käuflich erworben werden. Außerhalb Australiens waren Ghostnet-Kunstwerke bislang nur in New York und San Francisco, Paris und Cluny, Monaco und Genf zu sehen.

 

Übersee-Museum Bremen

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28195 Bremen
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