Glück gehabt: Ostsee-Kutter „fängt“ 250 Kilo schwere Seemine

Mit einer großen Portion Glück ist die Crew eines Kutters aus Kühlungsborn ins neue Jahr gestartet. Sie „fing“ vor Heiligendamm (Mecklenburg-Vorpommern) etwas, das niemand im Netz haben möchte: eine 250 Kilo schwere Seemine.

Der Skipper des Bootes alarmierte die Behörden, als er das verrostete Ungetüm an Deck gehievt hatte (Foto: Wasserschutzpolizei Rostock). Die Behörde leitete die Foto- und Videoaufnahmen dieser „Ankertaumine“ an den Munitionsbergungsdienst weiter.

Die Experten gaben Entwarnung: An der Seemine befand sich kein Zünder mehr. Deshalb durfte der Kutter auch seinen Liegeplatz im Hafen Kühlungsborn anlaufen. Fachleute bargen dann wenige Stunden später die Seemine. Noch 150 Kilo Sprengstoff befanden sich darin…

Seemine an Deck

Munition aus den Weltkriegen ist ein großes Problem, sowohl in der Ostsee, als auch in der Nordsee. Manche Fachleute sprechen von einer im wahrsten Sinne „tickenden Zeitbombe“, denn die Korrosion setzt den Bomben, Granaten und Minen zu. Schwermetalle gelangen nach dem Wegrosten der Metallhüllen ins Meer.

Tickende Zeitbomben

Ein Aspekt, der besondere Sorgen bereitet, ist chemische Munition: In der Ostsee wurden nach Kriegsende knapp 5.000 Tonnen versenkt. In der Nordsee weiß man von ca. 90 Tonnen, die auf dem Grund des „Helgoländer Lochs“ vor Helgoland auf Grund liegen. Insgesamt ist von 1.6 Millionen Tonnen konventioneller Munition die Rede, die im Weltkrieg auf diese Weise in Nordsee und Ostsee „entsorgt“ wurde. (Service: Auf dieser Seite des Umweltbundesamtes findet man detaillierte Informationen zum Thema.)

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