Großer Ölteppich treibt westlich von Helgoland in Deutscher Bucht

Ein großer Ölteppich treibt seit heute Vormittag in der Deutschen Bucht westlich der Insel Helgoland. Der Ölteppich ist 53 Kilometer lang und etwa dreihundert Meter breit. Gesichtet wurde er von der Besatzung eines Hubschraubers der Bundespolizei, die sich auf einem Routineflug befand. Anschließend stieg ein Ölüberwachungsflugzeug vom Typ Do228 auf, das den schlierenhaften Teppich, in dem Klumpen mit Schweröl treiben, genauer untersuchte.

Havariekommando Cuxhaven leitet den Einsatz

Am Mittag übernahm das Havariekommando in Cuxhaven die Einsatzleitung für die Bekämpfung des Ölteppichs. Das Mehrzweckschiff „Mellum“ befindet sich bereits im Einsatzgebiet und hat damit begonnen, das Öl aufzunehmen (Foto: Havariekommando Cuxhaven). Drei weitere Spezialschiffe sind auf dem Weg. Im Fokus der Arbeiten stehen dabei die Schwerölplacken, die mit Hochseeölsperren gestoppt werden sollen.

Wer der Verursacher der starken Verschmutzung ist, ermittelt die Bundespolizei. Auf Anfrage von Radio Ankerherz erklärte ein Sprecher des Havariekommandos, dass in der Deutschen Bucht kein Schiff ein Leck oder ein größeres Problem gemeldet hatte. Ob es sich um die illegale Reinigung eines Tanks handelte, mochte der Sprecher nicht bestätigen.

Wird Helgoland getroffen?

Es handelt sich um die größte Ölverschmutzung seit einigen Jahren. Ob die Insel Helgoland vom Ölteppich getroffen wird, ist aktuell unklar. Das Havariekommando erstellt aktuell ein Driftmodel, in das Meeresströmung und Windrichtung eingearbeitet werden. Sollten die Spezialschiffe es nicht schaffen, das Schweröl aufzunehmen, könnte der Ölteppich, so eine Befürchtung, morgen am späten Nachmittag auf die Insel treffen. Der Wind weht aktuell aus Westen.

Stand: Fr. 18:05 Uhr +++ Die Meldung wird laufend aktualisiert 

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