Helgoland wird zum Schutz vor Corona abgeschnitten

Helgoland wird zum Schutz der Bewohner vor dem Coronavirus weitgehend vom Festland abgeschnitten. Dies gab der Landrat von Pinneberg, zu dem die Insel gehört, am Dienstagvormittag bekannt. Nur in Ausnahmefällen darf die Insel noch besucht werden.

Seit dem Dienstagmorgen ist nach der neuen Allgemeinverfügung des Kreises Pinneberg auch Handwerkern und Mitarbeitern Helgoländer Firmen verboten, die Insel zu besuchen. Ausgenommen sind lediglich Personen, die „kritische Infrastruktur“ sicherstellen, etwa die Versorgung der Insel mit Strom und Wasser. Auch medizinisches Personal und Hebammen dürfen weiter nach Helgoland reisen.

Eine ähnliche Allgemeinverfügung hat der Landkreis Aurich am Montag für Norderney, Juist und Baltrum erlassen; ebenso wie die Landkreise Wittmund und Friesland für Spiekeroog, Langoog und Wangerooge. Auf Norderney, Baltrum und Juist dürfen Insulaner ihre Häuser und Wohnungen nur noch mit triftigem Grund verlassen und nicht mehr aufs Festland. Soweit will man auf Spiekeroog, Wangerooge und Langeoog nicht gehen. Hier gilt lediglich das deutschlandweit gültige Kontaktverbot.

Sorge vor Corona auf den Inseln

Hintergrund der Maßnahmen ist die Sorge, dass ein großer Ausbruch des Coronavirus auf den Inseln katastrophale Folgen hätte. Es gibt auf Norderney ein Bett für die Intensivmedizin, auf den anderen Inseln ist die Versorgung stark eingeschränkt. Kranke auf das Festland zu bringen, ist für die Patienten gefährlich und logistisch schwierig.

Dass sich trotz der erschreckenden Entwicklungen in Ländern wie Italien noch tausende Urlauber auf den Inseln aufhielten, hatte den Bürgermeister von Norderney veranlasst, einen Brandbrief an die niedersächsische Staatskanzlei zu schicken. Auf Helgoland gab es emotional geführte Diskussionen über den Schutz der Insel, ausgehend von Befürchtungen, dass wegen der räumliche Enge in kleinen Flugzeugen kein ausreichender Schutz vor Infektionen möglich ist. Von Norderney sind inzwischen sechs Fälle des Coronavirus bestätigt. Es ist bekannt, dass drei Handwerker, die auf der Insel gearbeitet haben, positiv getestet wurden.

„Wir haben alle uns möglichen Vorkehrungen zum Schutz der Passagiere getroffen“, sagt Corina Habben, Sprecherin des Unternehmens AG Ems, zur der die Fluglinie OFD gehört. Am Wochenende habe man Schutzmasken und Handschuhe für die Passagiere erwerben können und damit begonnen, im Flugzeug eine Schutzwand hinter dem Piloten einzubauen. Die Flugverbindung sei eine Art „Notlinie“, um im Bedarfsfall Menschen schnell auf die Insel zu transportieren. „Wirtschaftlich darstellbar ist das eigentlich nicht mehr“, sagte Frau Habben.

Ob die Verbindung nach den neuen Vorgaben der Behörden noch aufrecht erhalten wird, soll nun geprüft werden.

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