Insel Poel: Seenotretter helfen Passagierschiff mit 44 Menschen

Glückliches Ende einer Ausflugsfahrt mit Getriebeschaden: Die freiwilligen Seenotretter aus Timmendorf auf der Insel Poel haben am Mittwochnachmittag (16. Juni) ein manövrierunfähiges Passagierschiff mit 44 Menschen an Bord aus einer miesen Lage befreit.

Der Kapitän des Ausflugsschiffes „Seebär“ meldete sich gegen 13.50 Uhr über den international einheitlichen UKW-Not- und Anrufkanal 16 bei der Seenotleitung Bremen: Getriebeschaden in der Wohlenberger Wiek, etwa eine Seemeile (rund zwei Kilometer) nordöstlich von Tarnewitz.

Einsatz vor Insel Poel

Der Wind kam mit Beaufort vier aus Nord und schob das Schiff Richtung Land. An Bord: 44 Menschen. Sofort alarmierten die Wachleiter die freiwilligen Seenotretter der Station Timmendorf auf der Insel Poel. Außerdem bot die Besatzung des Seenotrettungsbootes Erich Koschubs der Freiwilligen-Station Travemünde ihre Hilfe an. Die Crew befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe der Unglücksstelle auf einer Kontroll- und Übungsfahrt.

Seebär sicher an der Pier

Kurze Zeit später waren die Freiwilligen aus Timmendorf mit ihrem Seenotrettungsboot Wolfgang Wiese vor Ort. Sie stellten eine Leinenverbindung zum 17,4 Meter langen Ausflugsschiff her. Sicher schleppten sie es in den Hafen von Tarnewitz. Dort gingen sie bei der „Seebär“ längsseits und bugsierten sie gemeinsam mit dem Seenotrettungsboot aus Travemünde an die Pier. Gefahr bestand für Passagiere und Crew nach Angaben der Seenotretter nicht.

In den vergangenen Tagen hatten die Seenotretter reichlich zu tun. In der Deutschen Bucht trieb ein Segler unter Lebensgefahr in eine vielbefahrende Wasserstraße der Handelsschifffahrt (zum Einsatzbericht). Und vor der Insel Fehmarn halfen sie einem Angler, der von einem giftigen Fisch gestochen wurde (zur Meldung im Ankerherz Blog).

Wir sagen es immer wieder: Wie gut, dass es die Seenotretter gibt. Knapp 1000 Menschen sind in 55 Stationen entlang der Nordsee- und Ostseeküste rund um die Uhr einsatzbereit. Die Seenotretter finanzieren sich alleine durch Spenden – ohne staatliche Unterstützung.

Wir haben den Seenotrettern mit unserem Buch MAYDAY ein Denkmal gesetzt. Das Buch gibt es überall im gut sortierten Buchhandel und hier bei uns im Ankerherz Buchladen.

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