KÄPT`N SCHWANDT: JA zu Olympia in Hamburg!

Morgen stimmt Hamburg darüber ab, ob unsere Stadt die Olympischen Spiele 2024 ausrichten soll. Ich werde mein Kreuz bei “JA!” setzen, und am Liebsten möchte ich es mit Buntstiften einkreisen und fünf Ausrufezeichen daneben kritzeln. Ich bin überzeugt: Ein “Ja!” ist wichtig für Hamburg.

Ich mag die Idee, dass die ganze Welt in meiner Heimatstadt zu Besuch ist. Dass hier friedliche Spiele laufen, ein großes Miteinander in einem Rahmen, den es so bislang nicht gab. Friedliche Spiele im Hafen – schimpfen Sie mich einen alten Romantiker, doch ich bin im Krieg aufgewachsen, in den Trümmern von Sankt Georg, und ich finde diese Aussicht einfach großartig!

Schwandt Feuer und Flamme

Auf meiner Facebook-Seite habe ich schon einige Male für diese Position geworben – und bin dafür auch beschimpft worden. „Opa, du musst die Kosten ja nicht zahlen!“, heißt es, als dürfte ich als betagter Mensch, der viele Steuern in meinem Leben bezahlt hat, keine Meinung haben. Stimmt, ich wäre 88, wenn die Spiele in die Stadt kommen. Ich halte Olympische Spiele aber für eine Investition, für die Stadt und das gesamte Umland. In die Infrastruktur, in neue Wohnungen, und noch viel wichtiger: für das Ansehen. Ich bin ein alter Seemann und ich kann ich sagen, der Ruf war uns früher herzlich egal, doch für die Zukunft Hamburgs, für den Tourismus ist es wichtig. Jetzt klinge ich schon wie einer dieser Schlipsträger aus dem Rathaus, aber so ist es doch.

Was mich stört, ist die Intoleranz von einigen, die gegen die Spiele sind. Was mich wundert, ist ihr beinahe missionarischer Eifer. Ich habe gelernt, dass es sich lohnt, für eine Sache zu streiten. Und es sind besonders jene, die unter den Farben der Toleranz unterwegs sind, die andere Meinungen nicht gelten lassen. Die Kosten sind ein großes Argument, das Geld, sicher. Ich finde, dass ein großes Fest einiges kosten darf, wenn es die Stadt damit noch attraktiver und bekannter macht und das Konzept nachhaltig wirkt. Kommerz ist das, klar, auch nicht immer mein Fall, aber Olympische Spiele funktionieren eben nach anderen Regeln als ein Einewelt-Laden.

Neulich hörte ich eine Sendung im Radio: Pro und Contra. Erstes Argument der Olympia-Gegner war die Frage, ob Betreiber von Getränkebuden zu ihrem Recht kommen. Was mir zeigte, wo das Problem steckt: Wenn der Blick erst im Tunnel landet, verliert man die Perspektive für das Große und Ganze. Was spricht ansonsten dagegen? Luftverschmutzung, Lärm, C02-Emissionen. Ja, Herrgott, was sind das denn für Argumente? Sie können das Olympische Feuer bis dahin ja auf Bio-Pellets von vegan gefällte Bäumen umstellen, wenn ihnen danach ist.

Jürgen Schwandt, Jahrgang 1936, wuchs in Sankt Georg auf. Er fuhr jahrzehntelang zur See und wechselte dann zum Wasserzoll. Schwandt lebt in Hamburg. 

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