KAPITÄN SCHMIDT: Das grundsätzlich inhumane AfD-Grundsatzpapier

Die AfD, die sogenannte Alternative, hat neue Forderungen in Sachen Flüchtlingshilfe aufgestellt. Im Kern geht es im AfD-Grundsatzpapier um folgende Punkte:

# Keine Geldzuwendungen, nur noch Sachzuwendungen für Flüchtlinge,

# nur eine medizinische Grund- und Notversorgung,

# Nachzug der Familien verbieten,

# die Einrichtung von „Offshore“-Lagern in Afrika, damit die Flüchtlinge erst gar nicht zu uns kommen.

Ich frage mich, wie diese Punkte mit dem Verständnis einer christlichen und humanistisch geprägten Gesellschaft vereinbar sein sollen.

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Dennoch habe ich mich bemüht, sachlich und gesittet darauf zu reagieren. Wenngleich ich zugeben muss, dass es mir schwer fällt.

AfD-Grundsatzpapier? Grundsätzlich inhuman.

# Ausgerechnet die Ärmsten der Armen, die mit einer Plastiktüte voller Habseligkeiten bei uns ankommen, will man als unmündige zweitklassige Menschen behandeln? Die Menschen, die zu uns kommen, sind genau wir wir. Ein Bevölkerungsquerschnitt, wie wir ihn haben. Den Gedanken – „die nehmen uns was weg!“ – der hinter dieser Forderung steht, lehne ich strikt ab. NIEMAND hat bis heute einen Nachteil durch die Flüchtlinge gehabt.

# Familiennachzug ist absolut nötig! Wenn ein junger Mann hier bei uns weiss, dass Frau und Kinder im Kriegsgebiet ausharren, wird er kaum in der Lage sein, sich zu integrieren, zu lernen etc.. Das sagt doch der gesunde Menschenverstand.

# Was sollen “Offshorelager” bewirken? Es wurde schon mehrfach vorgeschlagen, Asylbewerber in Lagern in Afrika unterzubringen. Es ist logisch, dass Abgelehnte erst Recht versuchen werden, über den gefährlichen Weg zu uns zu kommen. Niemand, der zur Flucht gezwungen wurde und so verzweifelt ist, sagt:  “Ach, hier ist dicht, dann gehe ich wieder nach Hause”.

Ich finde: Der richtige Weg wäre es, Menschen den gefährlichen Weg aus den Kriegsgebieten zu ersparen und gleichzeitig den “Schleusern” das Geschäft zu vermasseln. Wir sollten sichere Fluchtwege anlegen, über Schiffe oder Flugzeuge. Und gleichzeitig jenen Europäischen Ländern, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, eine klare Ansage machen: Keine Hilfe in der Not, kein Geld mehr aus Brüssel.

 

(Notiert von Stefan Kruecken, Ankerherz)

KAPITÄN STEFAN SCHMIDT, JAHRGANG 1941, FUHR KNAPP FÜNF JAHRZEHNTE ZUR SEE. 2004 RETTETE ER 37 FLÜCHTLINGE AUS DEM MITTELMEER, WURDE DESHALB ANGEKLAGT UND GING FAST IN DEN KNAST. SEIT FÜNF JAHREN IST ER ZUWANDERUNGSBEAUFTRAGTER DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN. IM ANKERHERZ BLOG BERICHTET ER AB SOFORT VON SEINEM LEBEN UND SEINER ARBEIT.

 

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