Kapitän Schmidt: Meine Skua-Tour nach Island

Eigentlich bin ich kein Freund der Kälte – und von Gruppenreisen schon gar nicht.

Doch von dieser Reise mit der Fähre “Norröna” von Dänemark über die Faröer Inseln nach Island, von der ich  gestern Nacht zurückgekommen bin, bin ich total begeistert. Erst dachte ich: Im Winter raus auf dem Nordatlantik? Na vielen Dank. Als Seemann kannte ich das: In der Nock bei eisigem Wind im Ausguck zu frieren, das habe ich gehasst.

Aber die Skua-Tour von Ankerherz (benannt nach der großen Raubmöwe des Nordatlantiks) war ganz anders. Mit einer supernetten Gruppe, welche durch Ben, den Akkordeonspieler, im Nu zusammengeschweißt wurde zu einem Shanty singenden, lustigen Chor. Fremde gingen an Bord, Freunde gingen von Bord.

Die Skua-Tour brachte Erinnerungen zurück

Der Blick aus den großen Festern der Restaurants auf die tosende, dauern ihre Farbe ändernde See brachte Erinnerungen zurück. Manche, die ich lange vergessen geglaubt hatte. War das ein magisches Licht an der Nordspitze der Shetland-Inseln. Und dann Island! Eine Landschaft, die man sofort als Reich der Schneekönigin erkannte. Sogar ein Nordlicht ließ sich kurz blicken. Es war eine traumhafte Zeit.

Und auch hier: Nette Menschen überall. Dies läßt doch noch Hoffnung übrig für den Fortbestand dieser sonst oft so seltsamen Spezies. Ihr werdet es nicht glauben: Für den Februar 2019, wenn es die nächste Skua-Tour gibt, habe ich schon fest gebucht!

KAPITÄN STEFAN SCHMIDT, JAHRGANG 1941, FUHR KNAPP FÜNF JAHRZEHNTE ZUR SEE. 2004 RETTETE ER FLÜCHTLINGE AUS DEM MITTELMEER, WURDE DESHALB ANGEKLAGT UND GING FAST IN DEN KNAST. SEIT  JAHREN IST ER ZUWANDERUNGSBEAUFTRAGTER DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN. SCHMIDT HAT DREI ERWACHSENE SÖHNE UND LEBT IN LÜBECK. IM ANKERHERZ BLOG BERICHTET ER VON SEINEM LEBEN UND SEINER ARBEIT

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