KAPITÄN SCHMIDT: der Retter im Nebel

Humor ist wichtiger Wegbegleiter, gerade an diesen Wochen. AfD, Trump, die Wutbürger in Dresden, das Wetter – es gibt gute Gründe, nach Aufheiterung zu suchen. Vielleicht erfreut Euch diese kleine Geschichte.

Keine Fake-News im Übrigen, auch wenn es den Anschein haben könnte. Genau so ist es passiert. Kein Seemannsgarn!

Es muss Ende der 1970er Jahre gewesen sein, wir liefen mit einem kleinen Stückgutfrachter die Schelde Richtung Dordrecht hinauf. Es herrschte Nebel, dickster holländischer Schelde-Nebel, man konnte die eigenen Füße kaum erkennen. Das Schiff lief so langsam, wie es eben ging, mit der Geschwindigkeit eines Fußlahmen auf Krücken. Wir tasteten uns durch das große, nasse Grau.

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Dann hörten wir ein knirschendes Geräusch. Grundberührung! Offenbar hatten wir eine Kurve verpasst. Der Bug steckte an der Backbordseite im Schlick fest.

Um das Schiff zu drehen, wollte der Lotse nun den Anker an Backbord werfen lassen.

„Fallen Backbord Anker!“

Willi wird zum Retter

„Moment“, antwortete mein Freund Willi, zu jener Zeit Dritter Offizier. Er ging nach vorne. Er sagte später, er habe so ein komisches Gefühl gehabt.

„Fallen Backbord Anker nicht möglich!“, rief Willi durch den Lautsprecher zurück.

„Wieso?“, fragte der Lotse erstaunt.

Willis Antwort sorgte noch in den nächsten Wochen für Erheiterung an Bord.

„Weil genau unter mir eine Kuh steht und mich mit großen Augen ansieht!“

 

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