KAPITÄN SCHWANDT: Crazy Horst Seehofer in Moskau

In der Türkei erwartet man eine neue Fluchtwelle, knapp 70.000 Menschen, als direkte Folge russischer Bombardements auf die Zivilbevölkerung von Aleppo.

In Deutschland demonstrieren Deutsch-Russen für “Sicherheit”, nachdem russische Medien die Ausreißer-Geschichte eines Mädchens für ihre Anti-Merkel Propaganda-Zwecken einsetzten und Flüchtlinge verantwortlich machen wollten.

In Großbritannien stellt ein Richter fest, dass Russlands Präsident Putin wahrscheinlich für die Ermordung eines Kritikers mit Polonium verantwortlich ist, wobei es den Mördern ganz egal war, ob sie mit dem radioaktiven Material im öffentlichen Raum noch viele Menschen mehr gefährdeten.

In dieser Woche fährt CSU-Chef Horst Seehofer nach Moskau, als sei nicht von all dem geschehen, und spricht davon, bestehende Sanktionen aufzuheben. Er verhält sich so, als treffe er seinen engsten Verbündeten. Der andere „Experte“ der CSU, Edmund Stoiber, fällt Putin gleich wie ein verliebter Teenager um den Hals. Ich frage mich: Wie dick ist dieses blau-weiß karierte Brett vor dem Schädel von „Crazy“ Horst eigentlich?

Viel Eitelkeit, wenig Taktgefühl

Die Bundeskanzlerin hat in der EU für die Fortführung der Wirtschaftssanktionen wegen der Annektierung der Krim und des Konflikts in der Ostukraine gestimmt. Gegenüber Putin äußert sich Seehofer für die Aufhebung des Embargos und fällt so Frau Merkel in den Rücken. Ein Affront gegen die Regierung, der er selbst angehört – wie ja auch in Fragen, wie die Flüchtlingskrise zu stemmen ist. Egal wie man über die Aufhebung der Sanktionen denkt – das gehört sich nicht und zeugt von politischer Instinktlosigkeit. Und grenzenloser Eitelkeit.

Wenn ich als Kapitän eine Entscheidung treffe und mein 1. Offizier sich dann mit dem Kapitän eines anderes Schiffes verbrüdert, stellt er meine Maßnahme in Frage. Das sorgt für Unfrieden und Diskussionen bei der Mannschaft. Die Folge wäre eine Parteienbildung Pro und Contra, die dem Bordfrieden abträglich wäre. Das würde er garantiert nur einmal machen.

Den Kameraden würde ich kräftig zusammen stauchen.

 

Jürgen Schwandt, Jahrgang 1936, wuchs im Hamburger Arbeiterstadtteil Sankt Georg auf. Er fuhr jahrzehntelang zur See und lebt heute in Hamburg.

2 comments

De Maizière ? Quelle misère !
Méadhbh Feareile on Feb 05 2016
Der und der de Maiziere sind sehr gefährliche Leitfiguren geworden. Ich hoffe das die Menschen in der Bundesrepublik bei den nächsten Wahlen darauf reflektieren. Wären die beiden Kaptiän und Erster Offizier, würde das ausgehen wie auf der Bounty. Da bin ich mir sicher.
Carsten Bornhöft on Feb 05 2016

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