KAPITÄN SCHWANDT: Der Brief einer Flüchtlingshelferin

Mich erreichen täglich mehrere Dutzend Nachrichten auf meiner Facebook-Seite und zahlreiche Mails an Ankerherz. Es sind hundert, so viele, dass ich gar nicht alle sofort beantworten kann – ich bitte um Verständnis, wenn es dauert oder einmal eine Nachricht verloren geht.

Eine Mail hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sie stammt von der Flüchtlingshelferin Gabriele C. Woiwode, 56, aus München. Seit September betreut sie ehrenamtlich Flüchtlinge, in Bayern und auch anderen Bundesländern wie Sachsen. Was sie in ihrem Alltag erlebt, macht mich fassungslos. Besonders die Schilderungen, wie für die Flüchtlinge der Alltag in Sachsen aussieht: Bedrohungen, Pöbeleien, abgeschnittene Schweineköpfe und permanente Drangsalierung. Ein Mitarbeiter von Ankerherz hat mit Frai Woiwode telefoniert – die aufgezählten Fälle lassen sich belegen. Zum Schutz der Opfer sind die Ortsnamen nicht genannt.
Ich möchte Euch bitten, diesen Offenen Brief, der sich in erster Linie an Bundestagsabgeordnete und gegen das neue „Integrationspaket“ der Großen Koalition richtet, aufmerksam zu lesen – und zu teilen und zu verbreiten. Es kann nicht sein, dass dies in unserem Land möglich ist. Ich danke Frau Woiwode für Ihren Mut und Ihr Engagement. 

Die Flüchtlingshelferin Gabriele C. Woiwode schreibt:

„Tarek ist Syrer. Im Januar 2016 erhielt er die Anerkennung seines Antrags auf Asyl und einen Aufenthaltstitel für drei Jahre. Hasan aus dem Irak, eingereist im September, sitzt bis heute sinnfrei in seiner Unterkunft in einem 20.000-Seelen-Ort an der deutsch-tschechischen Grenze. Jetzt, Anfang Juni wird er einen Integrationskurs besuchen können – es gibt nicht ausreichend Lehrkräfte in seinem Ort. Nur zwei Schulen sind überhaupt akkreditiert, Integrationsunterricht zu geben. Nächste Woche hat er sein Interview – aber er wird aller Wahrscheinlichkeit aber nur noch den subsidiären Schutz bekommen, wie sein Mitbewohner Ali. Weil sie beide so lange warten mussten, bis ihr Antrag bearbeitet werden konnte.

Ich bemühe mich selbst um „Integrationsmaßnahmen“, erzähle immer wieder von unseren Grundwerten, von der Menschenwürde und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit, vom Gleichheitsgrundsatz, von Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Freizügigkeit im Bundesgebiet, Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit. Was macht aus Tarek den „besseren“ Flüchtling? Wo bleibt der Gleichheitsgrundsatz, von dem ich ALLEN Flüchtlingen immer wieder erzähle? Warum ERLEBEN die Flüchtlinge nicht das, was sie doch lernen sollen in den „Integrationskursen“?

Sie wussten um diese Grundwerte. Diese Werte waren eine der Gründe, warum sie hier nach Deutschland wollten. Weil in ihrem Land nicht nur ihr Leben bedroht ist, sondern die Menschen nicht alle gleich sind, sich nicht frei äußern können, sich nicht frei bewegen können und die Religionszugehörigkeit ihre Überlebenschancen bestimmt. Was Tarek und Hasan hier in Deutschland aber real erleben – straft meine Worte Lügen und sie kennen das nur allzu gut aus ihren Heimatländern.

Der Hass in Sachsen

Sie leiden unter dem Hass der Menschen in Sachsen, der bereits damit beginnt, das sie nicht einmal nach dem Weg fragen können. Sie erhalten gar keine Antwort oder es wird ihnen tiefstem Sächsisch an den Kopf geknallt „lern doch erstmal deutsch“. Hasan spricht deutsch, er weiss sehr genau – das ist sächsisch und nicht „deutsch“. Wenn sie im Supermarkt einkaufen gehen, werden ihre Taschen kontrolliert. Sie wissen sehr gut warum. Weil sie Flüchtlinge sind, Ausländer, Muslime. Sie haben erlebt wie andere Geflüchtete krankenhausreif geprügelt wurden. Sie werden von Gruppen „besorgter Bürger“ auf der Straße verfolgt – ich habe das selbst einmal über Telefon live mit verfolgt.

Vor ihrer Unterkunft wurden Schweineköpfe mit ausgestochenen Augen und Hakenkreuzen aufgespießt. Sie wurden in ihrer Gemeinschaftsunterkunft von Nachbarn überfallen und verprügelt. Autos auf der Straße fahren hupend an ihnen vorbei, der ausgestreckte Arm mit erhobenem Mittelfinger aus dem Fenster ragend (selbst miterlebt!).

Was Hakenkreuze und ein ausgestreckter rechter Arm bedeuten, hat er hier in Sachsen schnell gelernt. Sächsische Integrationsmaßnahmen im Alltag live.

So erleben sie Deutschland. So erleben sie Religionsfreiheit, Menschenwürde und den Gleichheitsgrundsatz.  Sie verstehen es nicht. Und ich habe keine Erklärung für sie. Ich hatte Tränen der Wut in meinen Augen als ich selbst mit erlebte, wie diese Menschen hier behandelt werden. Von UNS. Von uns Deutschen mit diesem Grundgesetz – mit Artikeln zu Menschenwürde, Gleichheit, Religionsfreiheit und Menschenrechten.

Tarek wollte studieren, musste deshalb aus seinem Ort in Sachsen weg, weil es dort keine Universität gibt. In Leipzig und Dresden hat er keine Unterkunft gefunden, in München hatte er ein geradezu unverschämtes Glück. Jetzt lebt er hier in einem kleinem Zimmer zur Untermiete bei einer sehr netten christlichen Familie. Er intergriert sich gut, hat kaum noch Umgang mit seinen Landsleuten, lernt Deutsch auf einer Schule und er lernt Deutschland im Alltag. MEIN Deutschland.

Hasan lebt seit acht Monaten in kleinen Gemeinden in Sachsen. Er hat keinen „Alltag“, schon gar keinen „deutschen“. Er hat Angst das Haus zu verlassen, dem Hass auf der Straße zu begegnen. Wie alle seine Mitbewohner. Einer von ihnen fragt mich nach einer Bleichcreme. Er möchte seine Haut heller machen, damit er nicht mehr so auffällt in dieser sächsischen Kleinstadt die völlig überaltert ist und in der die Menschen die Blicke abwenden oder die Straßenseite wechseln.

Wie sollen sich junge Männer um die 20 aus einem anderem Kulturkreis in eine Stadt integrieren können, in der ihnen nur alte Menschen (60+) und der blanke Hass begegnen? Muss nicht viel mehr DIESE STADT hier lernen, was Gleichheit, Menschenwürde und Integration bedeutet.

Hasan und seine Mitbewohner vegetieren zwischen Schlafen und Essen und Schlafen, haben ausschließlich Kontakt mit ihren Landsleuten – mit wem auch sonst? Hasan lernt Deutsch mit Büchern und CDs die ich ihm besorgt habe und Apps auf seinem Smartphone. Zwischendrin jedenfalls, wenn ich es schaffe, ihn aus seinen Depressionen zu reissen. Meist über Telefon, weil er sich zwar frei im Bundesgebiet bewegen, aber nirgends lange bleiben darf. Er hat in seiner Unterkunft zu bleiben und in dem Ort in den er „zugewiesen“ wurde. Wenn jetzt sein Integrationskurs beginnt, wird er selbst das nicht mehr können: In seiner Schule sind Ferien nicht vorgesehen.

Wie stehe ich da, wie steht Deutschland da, vor diesem jungem Mann aus dem Irak, in dem Menschen sich an anderen Orten auch nur begrenzt aufhalten dürfen? Er floh aus einem Land in dem er aufgrund seiner Religionszugehörigkeit nur ein Mensch zweiter Klasse war – in Deutschland ist er es wieder.

Firas lebt auf einem Dorf in Thüringen, sein Camp ist direkt neben einer Schweinezucht. Wenn die Bundesregierung jetzt die Wohnsitz-Pflicht festschreibt, in welche Gemeinschaft soll er sich dann integrieren? Welche Ausbildung soll er dort machen? Schweinezüchter? Er ist mit seiner Schwester und deren Kindern hier. Wenn sein Asylantrag durch ist, möchte er mit ihnen ein Wohnmobil mieten und durch Deutschland fahren, das Land kennenlernen. Vielleicht findet er auch irgendwo eine Moschee oder Gemeinschaft, in der er beten kann. 

Mohammed hat auch Pläne für „danach“. Er möchte in die Nähe von Verwandten ziehen, endlich raus aus Sachsen und weg von der Einsamkeit hier und all dieser Ablehnung und dem Hass. Von dieser Hoffnung lebt er. Integration hätte so viele Facetten; für die deutsche Politik erschöpft es sich in Regeln und Gesetzen die wir ihnen so gerne vorhalten, selbst aber den Geflüchteten gegenüber glauben, nicht einhalten zu müssen. Sie sollen KEINE freie Wohnsitzwahl haben, sie sollen sich NICHT „frei bewegen“ dürfen, sie werden ihre Berufe NICHT frei wählen können, ihre Religion nicht ausüben und nicht wählen können, wie und mit wem sie leben möchten.

Mustafa besucht zwei Mal in der Woche einen Deutschkurs bei einer Ehrenamtlichen. Sie unterrichtet auf deutsch, erklärt was Verwandtschaftsbeziehungen sind. Eine Tante ist die Schwester der Mutter. Ich bin froh, dass Mustafa ihre Erklärungen nicht versteht – er kann lediglich unsere Sprache nicht, er ist kein Idiot. Ich höre ihn tapfer „ich bin nicht verheiratet“ herauspressen. Die Frau, die er heiraten wollte, wurde vom IS entführt und getötet. Deshalb ist er „nicht verheiratet“. Für den Rest des Tages sehe ich Mustafa nicht mehr, er hat sich in sein Bett verkrochen.

Tarek ist Betriebswirt, ein sehr intelligenter junger Mann mit guter Ausbildung und Universitätsabschluss. Aber er hat kein Talent für Sprachen; sein Deutsch und sein Englisch sind schlecht und schwer zu verstehen.

Amina kommt aus Afghanistan; ihr Mann besucht einen Deutschkurs der Stadt. Sie wollte mitkommen, aber sie hat niemanden der auf ihren kleinen Sohn aufpasst und sie darf ihn nicht mit in die Schule nehmen. 

Karrar aus dem Irak ist seit neun Monaten hier, hat immer noch keinen Deutschkurs genehmigt bekommen. Er fragt mich, ob es auch Deutsch-Lehrer gibt, die ins Camp kommen – er ist durch Bomben und Geschosse vollständig gehbehindert, kann nicht laufen. Er könnte in keine Schule „gehen“.

Strafe, obwohl sie nichts dafür können.

Deutschland wird sie alle dafür bestrafen, wenn sie nicht gut genug lernen und innerhalb einer bestimmten Frist „nicht gut genug“ Deutsch sprechen können. Sie werden weniger Geld bekommen und ihr Aufenthalt wird nicht gesichert sein. In der Folge werden sie noch mehr Probleme als andere Geflüchtete haben, Arbeit oder Wohnung zu bekommen und keine Verträge abschließen können. 

Alle Geflüchteten, die ich kenne, haben schlechte Zähne. Wenn sie hier überhaupt zu einem Zahnarzt gehen können, werden ihnen die Zähne gezogen oder Schmerzmittel rezeptiert. Firas hat mehrere Geschosse in einem Fuss und Bein, kann vor Schmerzen oft nicht laufen. Auch er bekommt nur Schmerzmittel verschrieben.

Auf der Straße in der sächsischen Kleinstadt treffen wir einen früheren Camp-Mitbewohner von Hasan. Er ist mit seiner Frau und seinen Kindern hier, möchte aber wieder zurück in den Irak. Seine Frau wird auf der Straße angepöbelt und angemacht, ihr wird Geld für Sex geboten. Er hat Angst davor, nicht mehr lange ruhig bleiben und sich das mit ansehen zu können, hat Angst davor irgendwann jemanden anzugreifen und zu schlagen. Seine Frau bleibt in der Unterkunft, verlässt das Haus nicht mehr, aber das ist ja so kein Leben. In den Camps wurde ihm immer wieder gepredigt, dass Frauen hier gut und respektvoll behandelt werden sollen. Aber so ein Verhalten wie hier in Deutschland (nein: hier in Sachsen!) kennt er aus seinem Heimatland nicht. So ein Benehmen wäre im Irak völlig undenkbar, dafür würde man ins Gefängnis gehen. 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Bei der Vorstellung dass ihm hier jetzt auch noch eine Wohnsitzauflage droht, dreht sich mir der Magen um. Und ich kann verstehen, dass er zurück geht.

Tahsin hat letzten Monat aufgegeben, ist in den Irak zurückgekehrt. Der Hass auf seine Religionszugehörigkeit und die Angst auf die Straße zu gehen im Irak sind ihm vertrauter als der in Sachsen. Er stirbt lieber schnell durch eine Bombe mit seiner Familie in Bagdad als allein und langsam in Sachsen. Die 700 Euro Starthilfe die er vom Land Sachsen bekommen sollte, hat er nie erhalten. Er konnte sich auf dem Rückflug nicht einmal etwas zu essen oder zu trinken kaufen, kam zurück nach Hause zu seinen Kindern mit völlig leeren Händen. Und den Schulden, die er gemacht hat, um seine Flucht finanzieren zu können.

 Meine Scham ist unbeschreiblich und nicht mit Worten zu beschreiben. 

Jetzt also soll wieder ein neues Integrationsgesetz bekommen. Jetzt also sollen Menschen wie Tarek, Hasan, Mustafa, Ali, Mohammed, Karrar, Firas und Amira – endlich! – bestraft und sanktioniert werden können. Mit Wohnsitzauflagen weiter in einer Atmosphäre von Ablehnung, Hass und Einsamkeit leben müssen und harschen, folgenschweren Sanktionen begegnen für den Fall, dass sie unsere Sprache „nicht gut genug“ lernen.

DIESES Deutschland – ist nicht mehr mein Land!

Das ist keine Integration, das ist das Gegenteil davon. Das ist keine Menschenwürde, das ist würdeLOS. Das ist keine Freiheit, keine Freizügigkeit. Das ist keine Religionsfreiheit, keine Gleichheit von Menschen mit gleichen Rechten. Das sind überhaupt keine Rechte – nur Pflichten und Einschränkungen, Sanktionen, Maßnahmen – es sind Urteile ohne Vergehen und ohne Richter. 

Das dürfen wir so nicht machen! Wir dürfen diese Menschen, die bei uns Schutz suchen nicht so behandeln, nicht so pauschalisieren und vorverurteilen.

35 comments

Das Schlimmste ist die schweigende Mehrheit...
Gabi Woiwode on Jun 26 2016
Das ist "Ehrbar" !
D_ROLF on Jun 12 2016
Deutsche Rentenversicherung, EU-Rente. Alles andere ist Ehrenamt.
Holz Claudia on Jun 12 2016
du bist doch derjenige, der hier blindlings alle angreift. Zeigt du irgendwelche Lösungen auf? Nein. Du machst nur unsachliche Rundumschläge. Andere handeln und denken nach - du hetzt. DU beschwerst dich über den Kommunikationsstil hier? Du fragst, was andere persönlich leisten. Mehr als du denkst. Ich kommuniziere jetzt nicht weiter mit dir, weil es völlig sinnlos ist. Tschüs.
Maike Hoffmann on Jun 11 2016
wer bezahlt Dich -wieviel ?
D_ROLF on Jun 11 2016
Willst Du uns jetzt behren ?-Die Rentner mit 450€ sind in primitiven Plattenbauten in "Einelhaft". - - - Wir waren gerade wieder 1/2 Jahr Indien / Nepal -eigenfinanzierte Hilfsaktion - Es ist absolut verantwortunglslos -"die gestrauchelten" aller Länder unkontrolliert hier her zu locken. Das MUSS schief gehen.>>>versucht hier jemand auf dieser Seite -ausser Klugscheisserei u Gutmmenschengeschwafle eine LÖSUNG zu zeigen ?
D_ROLF on Jun 11 2016
Rumsss....andre angreifen könnt ihr gut -was leistet Ihr PERSÖNLICH ? Besuch einfach mal eine von unseren Shows -Ich werde aber wirklich zynisch, wenn ich " Brunnenfrösche über den Ozean labern höre" -die Probleme der Welt müssen gänzlich anders gelöst werden -Ihr bietet nicht mal Denkansätze -(zeitgleich werden unsere Bürger von kriminellen irakischen Messerstechern -gestern z.B. Meseburg -Einzelfall terrorisiert) Es muss gehandelt werden ! NACHDENKEN !
D_ROLF on Jun 11 2016
Zitat aus http://wienerin.at/home/jetzt/5007076/Fluchtlingspolitik_Der-offene-Brief-einer-freiwilligen-Helferin-an?_vl_backlink=%2Fhome%2Findex.do "Und vor allem erwarte ich mir keinen Hohn und Spott und Verächtlichmachung meiner, nein unserer Arbeit." Genau das wünsche ich mir auch.
Holz Claudia on Jun 11 2016
Ich wüsste nicht, dass 300 und mehr Rentner in eine große Halle gepfercht werden? - In Marokko ist kein offener Krieg, genauso wenig wie in Tunesien, Libyen und Algerien. Die EU hat in freudiger Mittäterschaft den arabischen Frühling unterstützt (Demokratie ist ja wunderbar!) und dabei ein paar Dinge nicht beachtet: 1. Demokratie ist keine passende Staatsform, wenn in einem Land Stammesstrukturen vorhanden sind 2. Während in Europa bereits um ca. 1790 die Aufklärung stattfand, ist sie in islamischen Ländern noch ganz fern 3. Wurden Oppositionen unterstützt, die überhaupt keine Möglichkeit hatten jemals eine stabile Regierung zu bilden. Und so kommt es, dass die komplette nordafrikanische Region (mit Ausnahme Jordanien und Israel) destabilisiert wurden und die Menschen dort mit "Demokratie" überhaupt nichts anzufangen wissen. Für viele Menschen dort heißt Demokratie: "Du darfst alles". Gaddafi (Libyen) und Ben Ali (Tunesien), da brauchen wir uns nichts vormachen, waren "Riesenarschlöcher" und "Despoten", aber die Länder hielten sie stabil und in Ordnung. Und daran hat die westliche Politik ordentlich gerüttelt. Die Rechnung haben wir jetzt. Abgesehen davon, ist es klar, dass nicht nur die netten, gebildeten und hochqualifizierten Menschen nach Deutschland kommen, sondern auch Kleinkriminelle und "dicke Fische". Es ist eben ein Durchschnitt durch die Gesellschaft, der in Europa ankommt.
Jens Klappenecker-Dircks on Jun 11 2016
@D_ROLF:disqus Deine Kommentare sind zynisch und verächtlich. Auf Sachargumente gehst du nicht ein und kritisierst jedes Sachargument eines anderen als untauglich. Das ist effektiv um jede Diskussion zu stören, aber es zeigt nur wie richtig der Artikel ist. Du bist genau so ein Mensch der gerne andere ärgert. Dazu brauchst du vermutlich auch keinen speziellen Grund. Es ist ein Selbstzweck und du erlangst dadurch anscheinend eine gewisse Befriedigung, weil du keine richtige Befriedigung kennst. Das ist traurig und pervers. Ich kenne den Stil inzwischen und verachte ihn ... und ich bin tatsächlich erschüttert zu sehen, was für kaputte Menschen sich hier in Deutschland Bürger nennen, die nicht mal in Ansätzen verstanden haben welches Paradies wir bewohnen.
Sven Schumacher on Jun 10 2016
Ein sehr freundlicher Kommunikatiosstil herrscht hier -u da wollt Ihr mit Leuten aus "anderen Jahrhunderten" klarkommen ??
D_ROLF on Jun 10 2016
Na Sie natürlich. Immer wer als erster dumm fragt.
Kevin Kremitz on Jun 10 2016
wieviele Betreuer kommen auf einen Rentner ??? -wo ist Krieg in Marrokko ??? Das sind Kriminelle -Urkundenfälschung usw...35 straftaten auf EINEN !
D_ROLF on Jun 10 2016
wer das kostenlos macht, kann gern sein Gesicht zeigen -wer dran verdient erst recht !!
D_ROLF on Jun 10 2016
Wo wird in Marokko o Pakistan bombardiert ?? Ihr redet von "menschlichem Umgang" -u so ein Typ wie Tobias nutzt die Anonymitäat des www u diffamiert uns....?? Asylmafia u Waffenindustrie profitieren...
D_ROLF on Jun 10 2016
Es stellt sich immer wieder heraus, diese Republik hat zwei entscheidende Fehler gemacht. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde nicht gründlich Entnazifiziert und 1989 wurde nicht gründlich die Hinterlassenschaften des SED Regimes Ausgemerzt. Dadurch konnte sich Nazigedankengut immer wieder verbreiten und die alten Seilschaften aus der DDR funktionieren weiter. Und das in der DDR die Altnazis noch weniger verfolgt wurden als in der BRD ist nachgewiesen. Aber auch die BRD hat sich in diesem Punkt nicht mit Ruhm bekleckert. Damals wurde der Grundstein gelegt für den heutigen Fremdenhass und kein Politiker will konsequent durchgreifen. Es könnten ja "faule Eier" in der eigenen Partei sein. Siehe Exministerpräsident Filbinger CDU, ehemaliger Marinerichter der noch nach dem 08.05.1945 Todesurteile gesprochen hat. Und auch hält sich das Gerücht über eine verschwundene Stasiakte über eine IM Erika. Angeblich Frau Merkel. Also macht alle so weiter, die Geschichte wird über uns urteilen.
Jürgen Stienen on Jun 10 2016
von Unterschreiben ist, glaube ich, auch nirgends die Rede - nur vom Teilen und vielleicht selbst was ändern. :-)
Maike Hoffmann on Jun 10 2016
Durch Flucht lässt sich nichts lösen - aber man bleibt erstmal am Leben. Meinst du, die Massen, die am Ende des letzten Weltkriegs geflohen sind, hätten auch zuhause bleiben sollen? Ein Slum in Bombay und eine bombardierte Stadt im Nahen Osten sind zwei völlig verschiedene Situationen. Und wie schon jemand sagte - menschlicher Umgang mit Geflüchteten kosten niemanden einen Cent, den Staat nicht, und die Bevölkerung nicht. Schokoladenpudding - so ein Schwachsinn.
Maike Hoffmann on Jun 10 2016
ist ja schrecklich - nur 2 Steckdosen !! Bahnhofsklatscher !!
D_ROLF on Jun 10 2016
Nein -die USA u Nato !
D_ROLF on Jun 10 2016
Sehr entlarvend -erst mal Gegenseite persönlich verunglimpfen.... Wir habe unlängst Hilfsgüter nach Nepal -gebracht -mit minimalster Fremdunterstützung -Wenn ihr einmal , wie wir, in einem Slum in Bombay gewesen wärt, würdet ihr kapieren, das sich durch "Flucht" nichts lösen lässt -wobei die meisten nicht vor den - USA inszenierten Kriegen - fliehen sondern wg "SCHOKOLADENPUDDING" -wir helfen weiter aber mit HIRN !
D_ROLF on Jun 10 2016
Was denn bezahlen? Das sie nicht mehr angepöbelt oder angefeindet, sondern wie Menschen behandelt werden? Was kostet das denn normalerweise? Muss man dafür in Sachsen Gutscheine einlösen?
Jolanda Wilhelm on Jun 10 2016
Dreh' bitte weiter an deiner Orgel und melde dich nicht zu Themen zu Wort, von denen Du offenbar nichts verstehst. Langsam habe ich das Gejammer aus Richtung Osten satt bis zur Halskrause! Wer war denn nach der Wende froh, endlich die heiß ersehnte D-Mark in den Händen halten zu dürfen? Rechne dir nur einmal aus, wieviel alleine das Begrüßungsgeld die Westdeutschen gekostet hat! Und dann auch noch der Soli, wie viele Milliarden sind nach Neufünfland geflossen, um Straßen zu sanieren und auch die sonstige Infrastruktur neu aufzubauen? Und Du redest davon, was 1 Mio. Flüchtlinge kosten! So ein Schwachsinn! In der DDR musste niemand hungern und niemand musste damit rechnen, jeden Moment ein Bombe aufs Dach zu bekommen. Begreife endlich mal, dass das christliche Abendland auf den Worten und Taten eines gewissen Jesus Christus beruht, auch wenn das viele Volkspfosten aus dem Osten mangels christlicher Bildung nicht begreifen können oder wollen. Dazu gehört es nun mal, dass Menschen in Not geholfen wird und sie nicht wie Vieh gejagt werden.
Harald Tobias on Jun 10 2016
Ich würde ja gern unterschreiben, kapiere bloß nicht wo!?
Ankatrin Bär Bel Grundke on Jun 10 2016
Das schlimmste ist die Situation in den Herkunftsländern. Traurige Briefe kann jeder schreiben, der mit Menschen arbeitet. Wenn man sieht wieviel Jahrzehnte wir brauchen um Problemviertel zu ändern, Missbrauch aufzudecken, Vernachlässigung abzustellen, Arbeitslose zurück in den Arbeitsmarkt zu führen, usw., usw. Wieviel Bevölkerungsgruppen seit Jahren Fördergelder beantragen, Vereine dichtmachen in sozialen Brennpunkten, mangels finanzieller Mittel. Keiner macht sich stark, weil es unpopulär ist. Nicht spannend genug. Tut mir leid, wer hier auf unser Land schimpft, wegen zu wenig Leistung, sorry, kein Verständnis. Überhaupt nicht.
Mathias Opitz on Jun 10 2016
Sicherlich genauso peinlich: Die Art und Weise, wie mit Flüchtlingshelfern umgegangen wird. Die werden dann als "Gutmenschen" oder anderes beschimpft. Was ich erlebe: Es traut sich kaum einer, in die Öffentlichkeit zu treten. Bloß keinen Namen, oder gar die Adresse nennen… Auch hier geht die Angst vor Übergriffen um. Angriffe, normal verbaler Art, kommen nicht nur von Rechts! Sondern von Leuten, die Angst haben, ihren erworbenen Wohlstand zu teilen. Das Wissen, wie es nach dem Krieg bei uns aussah, ist nicht mehr im Bewusstsein der Menschen hier im Land. Mitgefühl wird ausgeschaltet, nur das eigene Befinden zählt.
Holz Claudia on Jun 10 2016
Das wiederspiegelt, was ich immer wieder bei den Flüchtlingen an verschiedenen Orten erlebe. Bei uns in BW ist der Hass zwar nicht ganz so offensichtlich, doch genauso vorhanden. Es ist echt peinlich, wie die Deutschen mit den ganzen Flüchtlingen und dieser Situation umgehen! Dabei sind es wirklich sehr herzliche Menschen, die da zu uns kommen! Jetzt wurde ich bereits zweimal zum Kuchen essen eingeladen, welchen Männer zubereitet haben! ( ich arbeite seit Mitte März mit Flüchtlingen)
Holz Claudia on Jun 10 2016
Moin Kaptain, ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen dass Frau Woiwode die negativen Erlebnisse der Geflüchteten korrekt widergibt. Ich bin mehrmals wöchentlich ehrenamtlich in einer EAE (Erstaufnahmeeinrichtung) tätig und erlebe "die deutsche Leitkultur" hautnah und mehr als einmal hatte ich Tränen der Wut in den Augen und fühlte mich schlecht, hilflos, nutzlos, mutlos. Aber wenn ich dann die leuchtenden Augen und das unbeschwerte, fröhliche Lachen der (nicht nur) Kinder sehe..., meine Kraft, meine Hoffnung, mein Mut und mein Kampfeswille kehren schlagartig zurück und ich weiß wieder warum ich hier bin..., dieser Menschen wegen. Und da es für mich eine Herzensangelegenheit ist, trifft es sich gut, dass ich auf Google+ Mitinhaber der Gruppe "Politik und Gesellschaft" bin. Zwar haben wir "nur" gut 11.000 Mitglieder, aber viele von uns sind dermaßen gut vernetzt..., dieser Brief wird eine Menge Menschen erreichen und bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt und ich gehöre - wie du - nicht zu denen die behaupten, sie hätten sie überlebt :-) Link zur Google+ Gruppe: https://plus.google.com/communities/118004647029492872953
Martin Rogge on Jun 10 2016
Ohne irgend etwas über die Unterkunft oder den Vorfall zu wissen, aber wenn du jemals selbst in solchen Unterkünften (Hallen) gewesen bist, wird dir klar, dass das niemals ohne Probleme gehen kann. Ich war in einer Erstaufnahme in Dresden, wo zwischen 700 und 1000 Flüchtlinge auf Feldbetten lebten. Ohne Zwischenwände, die Feldbetten nur wenige Zentimeter von einander entfernt. Kein Schrank oder Fach, die eigenen Habseligkeiten nur unter das Feldbett geschoben. Die Deckenbeleuchtung der Halle brennt nachts, weil man sonst über die Betten fallen würde, wenn man rausgeht. Zwei Steckdosen für elektrische Geräte und zum Aufladen der Smartphones. Und das über Wochen und Monate. Ich kann ebenfalls, absolut verstehen, wenn da die Nerven blank liegen und jemand "austickt".
Gabi Woiwode on Jun 09 2016
Ich hoffe, dass dieses Integrationsgesetz in dieser Form nicht auf den Weg gebracht wird. Hoffnung habe ich aber fast keine. Wenn man sieht, dass die relativ sichere Balkan-Route aus "Angst" geschlossen wurde. (Wo war die Intervention der EU?). Wenn man die Zustände in Idomeni gesehen hat. (Wo war die Unterstützung für das krisengeschüttelte Griechenland?). Wenn man sieht, dass ein menschenverachtender EU-Türkei-Deal geboren wurde (Danke Frau Merkel und Herr Schulz). Wenn man sieht, dass die Menschen auf der Flucht größte Risiken eingehen, in dem sie in maroden Booten über das Mittelmeer schippern und sterben. (Hauptsache, Europa hat Frontex) Dann habe ich die Hoffnung eigentlich aufgegeben. Es ist nicht mehr "mein" Deutschland. Es ist nicht mehr "mein" Europa der Werte. Es ist nur noch "ein" Europa des Handels und des Kapitals, ein Europa, dass seine christlichen Werte, wie "Nächstenliebe" zugunsten des Kapitals verschachert hat. Ein Europa, dass mehr als je zuvor durch Nationalgedanken geprägt wird. Einig ist man im Europaparlament doch nur noch, wenn es um den Krümmungsgrad der Salatgurke oder um gemeinsamen Profit geht. Wenn es darum geht, sozial und im Rahmen christlicher Werte tätig zu werden, gilt der Nationalgedanke.
Jens Klappenecker-Dircks on Jun 09 2016
Überzogene Polemik -wer soll das alles zahlen ??
D_ROLF on Jun 09 2016
Ahoi Käptn. Zunächst auch für Sie unseren grössten Respekt! Wir haben vor ein paar Wochen eine Idee gehabt, haben sie publik gemacht und - erfreulicherweise - verbreitet sie sich gut. Wir können der Frau und all jenen, von denen sie berichtet, nicht mit einem Fingerschnipp ihre Sorgen nehmen oder all die Menschen schlagartig ändern, die so gedankenlos, bar jeder Empathie und aus welchen Motiven auch immer regelrecht böse sind. Wir können auch nicht das bestehende System verändern, in dem zahlreiche Ursachen für Egoismus, Konkurrenzdenken, Arroganz und Fremdenfeindlichkeit durchaus vermutet werden müssen. Wir können aber 1. mit "MontagsLichter" jeden Montagabend in einer immer grösseren Zahl aufzeigen, dass nit 3, 30 oder selbst 3000 Idioten irgendein "Volk" sind. In dieser Gemeinschaft, die diese harmlosen Lichter zum Leuchten bringt – können alle Teilnehmer miteinander frei kommunizieren, über Sorgen sprechen und Hilfe oder Infos organisieren. Auch Menschen die nicht so gern auf der Strasse sein und sich den Bösen in den Weg oder der Polizei als mögliche „Radikale“ oder „gewaltbereite“ zur Rechtfertigung stellen möchten, die vielleicht auch gar nicht gut laufen oder sich aus anderen Gründen nicht beteiligen können – sie alle können jeden Montag ein Licht entzünden und ins Fenster stellen. Oder auf den Balkon, auf die Terrasse oder auf Strassen und Plätze. Wir antworten auf hunderte Bilder mit Lichtern, versuchen zu informieren, zu recherchieren, kleine Spenden sinnvoll einzusetzen ohne je auch nur einen Cent für eigenen Aufwand zu entnehmen. Vielleicht mögen Sie einmal bei uns hineinschauen, mit uns Kontakt aufnehmen und anderen ein paar Worte über uns sagen. Weil wir das genauso sehen wie Sie. Weil es UNSER Land ist. Ein Land für Menschen – egal ob sie Schwandt, Woiwode, Tarek, Mudassar, Amina, Heiko oder Chantal heissen!!! Herzliche Grüsse, und Danke für ihr Feedback an team@montagslichter.de
Roland Rinnau on Jun 09 2016
Es war ein Einwanderer, der sich über das Essen aufregte. Was ich hier jedoch so lapidar schreibe, ist gar nicht so einfach. Jeder größere Zwischenfall seit Beginn dieser "Flüchtlingskrise" (in Anführungszeichen, weil ich es eher als Chance sehe) fand in Einrichtungen statt, die diese Bezeichnung nicht verdienen. Man stelle sich eine riesige Halle vor, in der dutzende unterschiedliche Kulturen, Religionen und Ethnien zusammenleben. Ohne Privatsphäre. Ohne Perspektive. Ohne einen vernünftigen Betreuer-Schlüssel. Der letztbekannte Betreuerschlüssel hieß 1 zu 40, d.h. auf einen Betreuer kommen 40 Zuwanderer. Dadurch gibt es eine explosive Mischung. Man nehme mal 200 Sachsen und 200 Bayern und sperre sie in eine solche Halle. Mal schauen, wie lange es gut geht. Dazu kommt, dass es teilweise monatelang nicht vorangeht. Asylanträge dauern derzeit bis zu 3 Jahre! Alleine die erste Bestätigung, dass ein Asylantrag gestellt wurde, dauert schon 2-6 Monate. In dieser Zeit passiert.... NIX. Diese MENSCHEN kommen nach Deutschland auf der Flucht vor Verfolgung, Krieg, bitterer Armut und möchten arbeiten. Arbeiten, um die Familie aus ihrem bombardierten Zuhause raus zu holen. Arbeiten, um die Familie in der Heimat finanziell zu unterstützen und dann... NIX. Täglich rechnen sie damit, dass sie einen Anruf aus der Heimat erhalten: "Deine Schwester, deine Mutter, dein Sohn oder deine Tochter ist tot." Ich kann es verstehen, wenn jemand ausklinkt, auch wenn ich es nicht gut heiße.
Jens Klappenecker-Dircks on Jun 09 2016
Das schlimmste sind diese gewissenlosen Hetzer von AfD und Pegida. Durch de wird Leiden möglich.
Willie Benzen on Jun 09 2016
Das ist echt schlimm, wenn man das so liest.... Aber kann mir mal jemand erklären, wie das in Düsseldorf mit der Unterkunft zustande gekommen ist? Jeder Sender sagt was anderes...
Peter Krumrich on Jun 09 2016

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