KAPITÄN SCHWANDT: Fasanenjagd

Als ich mich entschied, wegen meiner Familie an Land zu bleiben, wusste ich, was mich erwartete: Langeweile in großen Tüten. Jeder Seemann, der Familie hat, will irgendwann nicht mehr rausfahren. Man ist in Gedanken niemals ganz bei der Sache, nicht auf See, nicht daheim. Ich wechselte vom Frachter auf die Zollkreuzer – und das war, als steige ein Trucker auf einen Tretroller um. Die folgende Geschichte sollte ich als späterer Leiter der Dienststelle vielleicht für mich behalten, aber ich denke, ein bisschen Quatsch muss sein.

Operation Fasanenfeder: Wir fuhren auf der Unterelbe und der Nordsee Streife, 24 Stunden Dienst, davon vier Stunden Pause, die wir meist an Bord verbrachten, wo auch gekocht wurde. Eine Ausnahme war, wenn wir Pagensand anliefen, eine kleine Insel in der Elbe, die an einen Bauern namens Harder verpachtet war. Harder betrieb eine kleine Wohnzimmerkneipe für Segler und Kanuten. Er trug immerzu Gummistiefel und Arbeitszeug mit grüner Mütze, die er, so wurde gemunkelt, nicht mal in Bett abnahm. Der Weg zu ihm führte durch einen Wald, und einmal, als wir über den Trampelpfad schlurften, kam einem Kollegen eine Idee. Sie war so bescheuert, dass sie sofort für gut befunden wurde.

Wir liefen zurück an Bord, um Taschenlampen zu holen und einen Kescher, mit dem wir sonst Ladepapiere von Küstenmotorschiffen übernahmen. Der Kollege, Sohn eines Försters, leuchtete nun mit der Lampe in die Baumkrone, blendete einen Fasan, der artig sitzen blieb, und wir pflückten ihn mit dem Kescher vom Baum. Wir hatten einen Vogel. Das nächste Essen bestand aus Fasan mit Apfelrotkohl und Klößen, gewissermaßen Mittagstisch „Pagensander Art“.

Nun ist auch die Welt des Zolls eine Welt der Gerüchte. Schon bald hatte unser ungewöhnlicher Snack die Runde gemacht und mein Vorgesetzter stellte mich zur Rede.

„Schwandt, ist da was dran?“, fragt er.

„Ach was, Chef.“ Er grunzte und winkte ab.

Wenige Wochen später gab der Mann seinen Ausstand, weil sein Posten routinemäßig neu besetzt wurde. Zum Ritual des Abschied gehörte es, zu einem Empfang ein Geschenk mitzubringen, irgendeinen maritimen Tüddelkram. Ich überreichte ihm einen sorgfältig eingepackten Blumenstrauß – aus Fasanenfedern! Den Gesichtsausdruck hätte Robert de Niro in Glanztagen nicht besser hinbekommen: Unverständnis, Erkennen, Ärger, Belustigung wechselten in kurzer Folge. Doch der Mann bewahrte Haltung. „Soso, Schwandt, soso“, stieß er nur durch die Zähne und nahm den Strauß mit einem schiefen Grinsen an.

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