KAPITÄN SCHWANDT: Gauland ist ein Rechtsextremer

Natürlich spielt die AfD mit unserer Empörung. Natürlich ist es Teil ihres Plans, mit kalkulierten Tabu-Brüchen Aufmerksamkeit zu erzielen, das gesellschaftliche Klima zu vergiften und den politischen Diskurs auf das Niveau einer Hafenkneipen-Schlägerei herunterzuziehen. Das hat im Falle von Donald Trump in den USA funktioniert, das funktioniert auch hier, denkt die Führungsspitze der AfD. 

Die Frage ist: Dürfen wir deshalb schweigen?

Ich sage: Nein.

Ich habe noch immer die Hoffnung, dass viele Wähler nicht wissen, mit wem sie es zu tun haben. Die letzten Verluste in den Umfragen zeigen dies – ganz offensichtlich eine Folge der absurden Anti-Boateng-Tiraden von Alexander Gauland.

Nun hat Gauland erneut einen bizarren Versuch unternommen, Fremdenfeindlichkeit zu schüren.

 

Unverfrorene Lügen

Er wirft den anderen Parteien vor, Deutschland mit Fremden zu überfluten“ und „die deutsche Bevölkerung nach und nach durch Ausländer vieler Nationen“ zu ersetzen. Fakt ist: Bei 82 Millionen Deutschen und einer Million Asylsuchenden kommen auf 82 Deutsche genau ein Flüchtling. Eine Schwemme, eine Flut? Rechnen: Note 6.

Außerdem hat Gauland bei einem Auftritt in Elsterwerda mit Bernd Höcke, dem Westentaschen-Goebbels der AfD, Dinge gesagt, die einiges klarer machen. „Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land“, sagt er in einer Rede vom Donnerstag. In einem Video, das auf YouTube veröffentlicht wurde, ist zu sehen, wie Gauland den Slogan von einem Schild abliest, das ein Zuhörer hochhält. Mit diesem Satz hat die NPD oft Stimmung gegen Ausländer gemacht. Er wurde in der rechtsextremistischen Szene populär durch eine Neonazi-Band. Als Gast der Sendung “Anne Will” bestreitet Gauland unverfroren, den Satz gesagt zu haben. Als man ein Video einblendet, in dem er den Satz sogar wiederholt, sagt er: “Nun, ich habe ihn nicht erfunden.” Dreister kann man vor einem Millionen-Publikum nicht lügen.

Gauland sprach von einer „Kanzler-Diktatorin“ Merkel, im Slang der Rechtsdraußen. Er sprach davon, mit „allen Mitteln“ gegen „ungebildete Muslime „stehen und kämpfen zu wollen.“ Er kann in Talks-Shows schleimen und Dinge uminterpretieren wollen, er kann in Interviews immer wieder beteuern, er sei kein Rassist. Ich glaube ihm schon lange nicht mehr.

Alexander Gauland ist kein „Rechtspopulist“.

Er ist ein Rechtradikaler schlimmster Prägung.

Und dies beantwortet auch die Frage, wie das oben genannte Dilemma zu behandeln ist. Die AfD ist keine rechtspopulistische, sie ist eine rechtsextreme Partei, die sich mehr oder minder geschickt tarnt. Es gibt aber, wenn man genau hinsieht, keine andere Deutung mehr.

Deshalb werde ich nicht schweigen. Sie sollten es auch nicht tun.

 

Jürgen Schwandt, Jahrgang 1936, wuchs in Sankt Georg auf. Er fuhr jahrzehntelang zur See und lebt heute in Hamburg. Seine Biographie „Sturmwarnung” gibt es überall im Buchhandel und hier bei uns im Shop.

4 comments

Ja, doch er wird in der heute-show gerne mit "Bernd das Brot" in Verbindung gebracht.
Andreas Obermüller on Jun 20 2016
Der AfD Mann aus Thüringen heißt Björn, nicht Bernd Höcke.
Opposition24 on Jun 19 2016
Tja kein Glaube nimmt sich etwas. In jedem Glauben wurden schon Kriege gegen "Ungläubige" geführt. Einen friedlichen Glauben gibt es nicht (und ich red jetzt nicht von den Spaghettis). Eine komplette Abschaffung allen Glaubens wäre aber auch nur eine Lösung auf Zeit, weil immer irgendein Spinner kommt, der sich als Sohn Gottes, Prophet etc hinstellt. Es gibt genug dumme Menschen die ihm dann nachlaufen. Würden wir das dann aber überwachen, niederschlagen etc, wären wir auch nichts anderes als ein totalitäres Regime das fremde Meinungen unterdrückt. Jeder Mensch muss sich selbst ändern, der Zwang bringt nichts. Wer glaubt das alles Heile Welt für uns ist, wenn wir alle aussperren der irrt sich gewaltig. Weil irgendwann schwappt es über, dafür dann umso heftiger. Dann heissts allerdings auch wieder "Wieso haben wir nicht schon früher etwas unternommen" oder der alte Klassiker "Das waren doch die, ich hab nichts gemacht, bin nur mit gelaufen. Mich trifft keine Schuld". Entweder wachst die Welt endlich zusammen und schafft es sich zu ändern (was natürlich nicht von Heute auf Morgen geht, das dauert Jahrzehnte, wenn nicht sogar länger) oder wir bleiben immer eine Welt voller Konflikte und Krieg. Sprich wir werden dann nie aus unserer Biologischen Veranlagung ausbrechen.
Manuel Kammermeier on Jun 10 2016
Sehr geehrter Herr Schwandt. Auch ich halte nicht sehr viel von Herrn Gauland. Jedoch würde ich mich trotzdem nicht dazu herablassen, durch aus dem Kontext gerissene Aussagen, zu benutzen um jemanden zu diffamieren. Desweiteren können sie Sich ja mal ausrechnen wie viele eingeschleuste Terroristen mit Sturmgewehren es braucht um Deutschland auf den Kopf zu stellen. Das Isis- Terroristen eingeschleust werden und wurden, ist mittlerweile bestätigt. Es wurden auch schon ganze LKW voll mit Waffen beim Transport nach Deutschland entdeckt, Und laut dem Verfassungsschutzbericht von 2014 betrug die Anzahl an extremistischen Islamisten schon über 43890 in Deutschland zuzüglich der Anhänger von Isis, al-Qaida und Jabhat al-Nusra“ . Alleine das sind schon 10000 mehr als der IS gebraucht hat um Syrien und den Irak um zu krempeln. Wenn ihnen das keine Angst macht, frage ich mich wo sie leben. Ausländerfeindlichkeit und Rassismus ( Was ich zutiefst verachte ) sind meiner Meinung nach zu großen Teilen durch undifferenzierte Betrachtungsweisen der Probleme, Unwissenheit und Political Correctness entstanden bzw. gefördert worden. Ich sehe den Islam als Ideologie als das größte Problem derzeit an. Womit ich nicht die Muslime meine ! Denn einige oder vielleicht auch viele die Ihre Ideologie selber mal hinterfragt haben, trauen sich nicht dem Islam den Rücken zu kehren weil sie sonst von Ihrem Umfeld verachtet oder sogar verfolgt werden. Diese Menschen müssen in Deutschland mehr Unterstützung erfahren. Ich sehe auch unseren Staat in der Pflicht Aufklärung zum Islam zu unterstützen. Nachdem ich vor zwei Jahren viel Zeit genommen habe, um den Koran inkl. der Tafsir und weiteren Schriften zu lesen, wurde mir sehr schnell klar, wo die Gewalt im Islam ihre Wurzeln hat. Der Koran ist auch keine Auslegungssache, in der man sich die zu einem passenden Verse herauspicken darf. Der Koran gibt die Lesart selber vor. In Sure 2 Vers 106 wird gesagt, das die später offenbarten Verse, die vorherigen aufheben, wenn sie sich widersprechen. Wichtig dazu, ist zu wissen, das die Suren im Koran nicht nach zeitlicher Offenbarung, sondern nach deren länge aufgeführt sind. So ist z.B. die Sure 9 ( Schwertsure ) die zuletzt offenbarte Sure. In einem Buch, das nicht einmal halb so viel Kontex enthält wie die Bibel, wird mehr als 200 mal ZEITLOS zu Gewalt und Mord gegen Andersgläubige ( Christen und Juden im Koran als Inhaber der Schriften bezeichnet ) aufgerufen. Nichtmuslime ( Im Koran oft als nicht hörende oder verstehende bezeichnet ) werden mehrmals als die niedrigsten unter den Kreaturen bezeichnet. Freundschaften mit Nichtmuslimen werden wiederholt Verboten, auch innerhalb der Familie. Diese Freundschaften dürfen nur vorgeheuchelt werden um sich selbst zu schützen bis der Islam stark genug ist um zu kämpfen. Der blutige Kampf wird im Koran als Pflicht beschrieben. Lügen und heucheln zu Gunsten des Islam ist auch eine Pflicht die im Koran beschrieben wird, genau so wie die Todesstrafe für abtrünnige. Dies und noch viel mehr sind meiner Ansicht nach Gründe für die Entstehung von Gewalt und Parallelgesellschaften . Man sollte nicht vergessen, das der Koran in den Islamischen Ländern nicht nur ein Gebetbuch, sondern auch deren Verfassung ist und er in diesen Ländern einen weitaus anderen Status als bei uns die Bibel genießt. Das die daraus resultierende Gewalt durch undifferenzierte Betrachtung zu einer allgemeinen Ausländerfeindlichkeit oder zu erhöhtem misstrauen Ausländern gegenüber führt ist leider schon logisch. Ich empfehle zu Anfang mal diesem Link ( http://www.arzutoker.de/gruende.htm ) zu folgen. Die Verfasserin ( Arzu Toker ) dieses Textes ist die Gründerin des Zentralrat der Ex-Muslime in Deutschland, auf deren Seite noch viel interessantes zu lesen ist. Wir können unsere Herkunft nicht bestimmen, jedoch liegt es uns frei unsere Ideologie zu wählen und in Frage zu stellen. Dabei sollten wir andere unterstützen und ein friedliches zusammenleben aller Menschen anstreben. Mit freundlichen Grüssen : Herbert
Herbert Müller on Jun 10 2016

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