Katze Ahoi: Die Geschichte des unsinkbaren Katers Sam

Seeleute hatten immer eine gute Beziehung zu Katzen. Eine Katze sorgte dafür, dass es an Bord wenige Mäuse und Ratten gab. Und manchmal brachte sie einfach nur Glück. Wie die unglaubliche Geschichte des „Unsinkbaren Sam“ beweist.

Eine Katze war an Bord immer gerne gesehen, schon seit Zeiten der alten Ägypter. Historiker glauben, dass phoenizische Frachtschiffe die ersten domestizierten Katzen im Jahr 900 vor Christus nach Europa brachten. Durch die Handelsschiffe verbreiteten sie sich überall auf der Welt.

Auf See war die Jobbeschreibung einer Katze klar umrissen: Sie hielt die Population von Mäusen in Schach, die den Proviant angriffen. Und sie kümmerte sich um Ratten, die gefährliche Seuchen übertrugen. Nager waren auch deshalb unbeliebt, weil sie Leinen anknabberten oder Teile die Ladung fraßen. Es gab also gute Gründe, einen Fellträger mitzunehmen.

Die Legende von “Unsinkable Sam”

Weil Seeleute traditionell abergläubisch sind, gab es an Bord mancher Schiffe auch eine Katze ohne besonderen Auftrag. Sie sollte einfach nur Glück bringen. Eine solcher Fall ist der deutsche Kater „Oscar“, der als „unsinkbarer Sam“ in die Geschichte der Seefahrt einging und das berühmteste Maskottchen der Britischen Royal Navy wurde.

Wie der Kater wirklich hieß, als er an Bord des deutschen Kriegsschiffs Bismarck kam, weiß man nicht genau. Die „Bismarck“, der Stolz des Dritten Reiches, sank am 18. Mai 1941 nach einem Seegefecht im Nordatlantik. Marinesoldaten des britischen Zerstörers „HMS Cossack“ entdeckten den kleinen Fellhaufen auf einem schwimmenden Trümmerteil und nahmen ihn an Bord. Sie nannten den Kater „Oscar“.

Die berühmteste Katze auf See

Wenige Monate später wurde die „HMS Cossack“ vom deutschen U-Boot 563 torpediert. Das Schiff sank vor Gibraltar, wobei sich viele Crewmitglieder an Bord des Zerstörers „HMS Legion“ retten konnte. Auch „Oscar“ wurde gerettet und in Gibraltar an Land gebracht.

Nachdem der Kater nun zwei Untergänge überlebt hatte, taufte man ihn „Unsinkable Sam“, und er bekam eine besondere Mission: Er wurde Maskottchen des Flugzeugträgers „HMS Ark Royal“ (der übrigens maßgeblich an der Versenkung der „Bismarck“ beteiligt war). Doch das Glück der Katze war anscheinend aufgebraucht. Am 14. November 1941 wurde das Schiff von einem deutschen Torpedo getroffen und ging wenig unter. Mit Ausnahme eines Seemanns überlebten alle an Bord. Selbstverständlich auch der „Unsinkbare Sam“, der sich an einer schwimmenden Planke festkrallte. Sam überstand somit auch den dritten Untergang innerhalb weniger Monate.

Seine Karriere als Glücksbringer endete hier.  Von Gibraltar aus brachte man ihn in ein Heim für Seeleute in Belfast, wo er 1955 starb. Ein Porträt von ihm ist heute im Besitz des National Maritime Museum in Greenwich.

Manche Historiker, die sich genauer mit den Umständen der Versenkungen befassten, äußerten in der Zwischenzeit Bedenken, dass es sich in Teilen um Seemannsgarn handeln könnte. Die Legende des „Unsinkbaren Sam“ aber bleibt als Legende in den Geschichtsbüchern erhalten.

 

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