Kräne – ein Gedicht über die Nacht im Hafen

Viele Lieder und Gedichte sind über den Hafen geschrieben worden. Eines der schönsten stammt, so finden wir, von Rio Reiser: “Unten am Hafen”. Und dann gibt es “Kräne”, ein wundervolles Lied des Hamburger Singer-Songwriters Gisbert zu Knyphausen. Vier Jahre lang lebte er in Hamburg. Wie er es schafft, die Melancholie einer Nacht im Hafen auf den Punkt zu bringen, ist einfach wundervoll. Wenn man an der Elbe sitzt und rübersieht zu den Kränen der Terminals, wenn man die Lichter beobachtet, das Krachen der Container hört, geben diese Zeilen die Gefühlslage ziemlich genau wieder.

Ein Gedicht über die Nacht im Hafen

Kräne, Gisbert zu Knyphausen.

Die gewaltigen Tiere
Mit metallenen Krallen
Mit Neonlicht-Augen
Und die Container, die fallen
Unter grandiosem Gepolter
In den hungrigen Bauch
Eines uralten Frachters
Und sein Herz, es poltert auch.

Wir mussten dabei an die MS Bleichen denken, die im Hamburger Hansa-Hafen liegt.

 

Nimm mich mit
Nimm mich mit
Flatterhafte Demut
Schlag deine krummen Flügel um mich
Dieser Kopf, oh dieser Kopf
Macht sich viel zu wichtig
Oh, unergründliches Leben
Was wissen wir denn schon von dir?
Wir wurden geboren und wir sterben
Und danach weht der Wind wie immer
Und ein Mensch geht die Stufen
Hinunter zum Fluss
Legt seinen Kopf in die Nacht
Und die Füße in den Sand und sieht

Der Song läuft auf Rotation auf unserem kleinen Sender RADIO ANKERHERZ, im Stream von Helgoland.

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