THE LAST SHIP: Sting und der Stolz der Werftarbeiter

THE LAST SHIP. Die Kindheit von Sting, dem Rockstar, hat mit Milch zu tun. Sein Vater arbeitete als ein Milchmann in Wallsend, einer Industriestadt im Nordosten von England, und jeden Morgen zogen die beiden vor dem Morgengrauen durch die Straßen, um die Flaschen auszuliefern. In Wallsend gab es eine große Werft, in der berühmte Schiffe gebaut wurden, unter anderem die „Mauretania“. In dieser Arbeiterwelt wuchs Sting, der eigentlich Gordon Matthew Thomas Sumner hießt, auf.

Weltstar aus Wallsend

Sting wollte raus aus dem grauen Wallsend – und er wurde ein Weltstar. Im Alter (wenn man Mitte 60 als „Alter“ bezeichnen will) besann er sich auf seine Wurzeln – und schrieb „The Last Ship“, ein Album und ein dazugehöriges Musical. Es handelt vom Sterben der großen Werft, die keine Aufträge mehr bekommt, weil es anderswo billiger ist. Von Vätern und Söhnen, die keinen Ausweg mehr sehen.  Sie beginnen damit, ein großes Schiff für sich zu bauen, ein letztes, um damit in die Welt hinauszufahren.

„Es geht mir auch darum, die Wichtigkeit von echter Arbeit zu zeigen“, sagte Sting in einem Interview. Tradition und Zusammenhalt in einer Gemeinschaft sind weitere Themen. Die Arbeit am Bühnenstück half ihm dabei, ist zu lesen, eine lange andauernde Schreibblockade zu überwinden.

Ich bin sonst kein Fan der Musik von Sting, doch dieses Album beschäftigt mich seit einiger Zeit. Es berührt mich. Es hat eine Melancholie, die nicht kitschig wirkt, es verbindet Ernsthaftigkeit, Tradition und transportiert Respekt für die Menschen in der Werftstadt an der Nordsee.

THE LAST SHIP, Auszug:

Oh the roar of the chains and the cracking of timbers,

The noise at the end of the world in your ears,

As a mountain of steel makes its way to the sea,

And the last ship sails.

And whatever you’d promised, whatever you’ve done,

And whatever the station in life you’ve become.

In the name of the Father, in the name of the Son,

And whatever the weave of this life that you’ve spun,

On the Earth or in Heaven or under the Sun,

When the last ship sails.

 

Das Musical am Broadway floppte und wurde viel früher als geplant abgesetzt, mit einem Millionen-Defizit. Selbst der Einsatz von Sting, der sich selbst auf die Bühne setzte, half nicht. Eine bittere Pointe für die Geschichte der Werftarbeiter von Walzend. Die große Werft schloss endgültig im Jahr 2007.

wallsend-kinder-shipyard

0 comments

[…] geplant. Bei allen Maßnahmen stehe man mit den Hamburger Behörden in engem Kontakt. (Zum Thema Werften hier ein Blog aus […]
Corona: Ausbruch auf Traditionswerft in Hamburg weitet sich aus - on Aug 05 2020