Lebensgefahr – Arbeit auf einem Schlepper

Nach der Strandung des Frachter “Glory Amsterdam” ist die Besatzung des Schleppers “Nordic” in die Kritik mancher Couch-Experten in den Sozialen Netzwerken geraten. Warum gelang es der Crew nicht, das Schiff abzuschleppen? In den Kommentarspalten von Facebook und Co. liest man von “Luschen” und der “Unfähigkeit” der Besatzung.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) – ein gelernter Agraringenieur – forderte unterdessen eine Verschärfung der Sicherheitsvorschriften an Bord von Handelsschiffen. “Seeleute müssen auch in solchen Extremsituationen handlungsfähig sein“, sagte er. Er vermutete „menschliches Versagen als Ursache des Ünglücks.“ Eine Aussage, die Kapitän Stefan Schmidt aus Lübeck, Ankerherz-Kolumnist und Schiffsicherheitsexperte sauer macht. „Als ich das im Radio hörte, dachte ich zuerst: Was für ein Idiot“, sagte der Seemann. In einem schweren Sturm sei es gefährlich und extrem schwierig, eine Leinenverbindung herzustellen.

Gefährliche Arbeit auf einem Schlepper

Wie die Arbeit auf einem Schlepper in bewegter See aussieht, zeigt dieses Video. Die Bedingungen auf der Nordsee dürften während der Probleme mit der “Glory Amsterdam” deutlich schlechter gewesen sein, mit Windstärken bis Beaufort 11 und acht Meter hohen Wellen. Das Video gibt einen guten Eindruck, was die Besatzungen eines Schleppers im Alltag mitmachen.

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