MEER GLÜCK: 16 Grad und Schmuddelwetter? Egal!

Keine Ahnung, wo ich gerade war, als der Sommer 2017  passierte: Vielleicht hab‘ ich da gerade etwas gelesen, war auf dem Klo oder hing kopfüber in einem Umzugskarton. Auf jeden Fall ist die für mich schönste Zeit des Jahres diesmal bislang irgendwie an mir vorbeigegangen.

Was macht so ein verregneter Sommer mit einer kleinen Insel in der Nordsee? Wo ganz viele Gäste ihren Urlaub verbringen und sich nichts sehnlicher wünschen, als ganze Tage im Strandkorb in der Sonne zu brutzeln, die Kinder in der Ferne im Priel spielen zu sehen und abends braungebrannt und vom Nichtstun müde über dem Tellerrand im Restaurant den Möwen beim letzten Beutezug über der Nordsee zu zu schauen?

Gibt es Meer-Glück, wenn es in den Ferien immer wieder aufs Gemüt schauert?

Ich kann – was meine Insel betrifft – ganz klar sagen: Ja!

16 Grad? Schmuddelwetter? Egal.

Der „gemeine Juist-Gast“ lässt sich von einem nassen, mindestens 10 Grad zu kalten Sommer so gar nicht schrecken: fast jeder trägt trotz des Schmuddelwetters kurze Hosen, Flip Flops und die trotzige Miene zum windigen Spiel: Egal, wenn ich friere – ich bin im Sommerurlaub, basta!

Auf Juist ist man da auch fast schon Kummer gewohnt. Es gibt dort den geflügelten Satz: „Oh, NRW hat jetzt Ferien – na, dann wird das Wetter ja wieder schlechter!“

Es gibt ganz sicherlich keine statistischen Untersuchungen oder Aufzeichnungen über diese gewagte These, aber wenn man es in den letzten Jahren mal so beobachtet hat, dann ist schon was dran: Ab dem Zeitpunkt, wenn Nordrhein-Westfalen (das Haupteinzugsgebiet in Sachen Touristik für die Ostfriesischen Inseln) sechs Wochen frei hatte, kippte fast immer das Wetter von Sommer nach Herbst.

Schmuddelwetter. Was also tun?

Juist bietet im Fall von Dauerregen auch leider immer weniger nette Möglichkeiten der Freizeitgestaltung: Wenn man die beiden Museen (Küstenmuseum und Nationalparkhaus), alle aktuellen Filme des Inselkinos und jede Bilderausstellung des Heimatvereins schon gesehen hat. Wenn man in jedem kleinen Geschäft der Insel bereits gewesen und sämtliche Teesorten der Cafés schon ausprobiert hat, dann wird es langsam dünn mit inseleigenem Schlechtwetterprogramm. Nicht zu vergessen aber natürlich das Schwimmbad mit toller Sauna – ich hatte an vergangenen kalten Sommertagen oftmals das Vergnügen, mit meinen Kindern im Becken noch einen Stehplatz zu ergattern – und musste vorher noch nicht mal eine Nummer am Automaten ziehen.

Das Beste in so einem Fall ist sowieso: sich von Regen, kaltem Wind und grauen Wolken nicht beirren und aufhalten lassen. Also, Schmuddelwetter: Passende Klamotten an, gute Laune in den Rucksack stecken und dann gegen das Wetter am Strand laufen. Sich aufregen hat noch nie genutzt. Eines kann ich versprechen: Das Meer-Glück stellt sich immer ein. Egal bei welchem Wetter!

 

UTA JENTJENS, JAHRGANG 1974, LEBTE 16 JAHRE LANG AUF DER INSEL JUIST. HEUTE WOHNT SIE MIT IHREN BEIDEN KINDERN IM SÜDEN VON HAMBURG. AB SOFORT SCHREIBT SIE IM ANKERHERZ-BLOG MEER GLÜCK ÜBER IHR LEBEN MIT UND OHNE DIE NORDSEE.

Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur die falsche Kleidung. Schaut Euch mal die Regenjacken von Ankerherz an!

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