MEER GLÜCK: Die Ruhe nach dem ersten Herbststurm

Zunächst hatte man den Eindruck, die Meteorologen hätten sich irgendwie vertan – und  der erste Herbststurm „Sebastian“ zwar echt ungemütliches Wetter mit grauer Stimmung und viel Regen im Gepäck, aber der Sturm würde ausbleiben. Ab mittags wurde man ja eines Besseren belehrt…

Ich war mit meinen Gedanken natürlich ganz viel bei meinem früheren Zuhause – der Nordseeinsel Juist. Auf so einem kleinen Fleckchen mitten in der dann tosenden Nordsee ist man den Elementen doch noch mehr ausgeliefert. Zumindest fühlt sich das so an.

 

Der erste Herbststurm des Jahres

Viele Juister haben sich das gestern wohl live angeschaut, was Sebastian mit ihrer Insel – besonders mit dem Strand und der Wattenmeerseite macht. Ich habe von meinen Freunden und Bekannten viele Bilder in ihren privaten Accounts im Netz gesehen – und weiß noch genau, wie sich das anfühlt. Ein bisschen hilflos und fasziniert von der Kraft des Windes schaut man zu, wie der alles mitreißt, was nicht fest genug sitzt. Während man selber damit beschäftigt ist, nicht mit weg zu wehen und seine Augen vor dem fliegenden Sand zu schützen. Dieser tut richtig weh, wenn er auf die Haut trifft. Wenn man sein Gesicht mal kurz grinsend in die Windrichtung hält, kann man ein kostenloses Zahnbleaching bekommen.

 

 

Da Herbststurm Sebastian ja sehr früh und damit noch mitten in der Saison aufzog, hatten die Juister ihre Insel noch gar nicht winterfest gemacht. Ich kann nur hoffen, dass alle noch verbliebenen Strandkörbe, Boote, Stege usw. einigermaßen heil geblieben sind.

Den alten Baum hat es umgehauen

Zumindest hat sich im Hafen wohl ein Katamaran losgerissen und traf viele Meter weiter wieder auf festen Grund – das wird etwas schwierig werden, ihn zu bergen. Außerdem hat es einen ganz alten, großen Baum in der Dorfmitte getroffen. Trauriges Bild für mich, als ich ihn halb umgeknickt auf einem Foto sah.

Ich wünsche den Juistern heute ein gutes Händchen bei den Aufräumarbeiten und bin froh, dass Ihr auch diesen Sturm wieder überstanden habt. Ich war in Gedanken bei Euch.

 

Uta Jentjens.

UTA JENTJENS, JAHRGANG 1974, LEBTE 16 JAHRE LANG AUF DER INSEL JUIST. HEUTE WOHNT SIE MIT IHREN BEIDEN KINDERN IM SÜDEN VON HAMBURG. AB SOFORT SCHREIBT SIE IM ANKERHERZ-BLOG MEER GLÜCK ÜBER IHR LEBEN MIT UND OHNE DIE NORDSEE.

0 comments