Mr. Ostfriesen-T: Mehr Respekt vor Landwirten

Ich habe gelesen, dass in Bayern immer mehr Bauern ihre Milchbetriebe schließen. Der Bauernverband spricht von „massivem Druck der Öffentlichkeit“, von Tierschutzverbänden und Medien, die Bauern abschrecken. Ställe werden beschmiert, die Kinder der Bauern gemobbt. Weil es ein harter Job ist, dessen finanzieller Ertrag gerade bei Kleinbetrieben immer geringer wird, geben die Bauern auf und schaffen die Kühe ab.

Mich ärgert das!

Es ist das Allerletzte, wie sich manche Tierschutzverbände aufführen. PETA hat in Westfalen gerade einen Landwirt wegen Fahrlässigkeit angezeigt, dessen Stall abbrannte. Der Hof konnte gerade noch gerettet werden, und das Letzte, was diese Familie brauchen kann, ist eine Anzeige. Man tritt nicht auf Leute, die auf dem Boden liegen. Grund für das Unglück war ein technischer Defekt. Die Informationen, die zur Anzeige führten, kamen nicht durch Informationen vor Ort zustande, sondern durch das, was in der Zeitung stand.

Mehr Respekt vor Landwirten

Ich kenne als Lohner viele Landwirte. Jedem von ihnen liegt an der Natur und an seinen Tieren. Der Grund ist ganz einfach und nüchtern zu sehen: Sie sind sein Kapital. Bauern, die ich kenne, sind gut zu ihren Tieren. Bei uns in Ostfriesland und Friesland stehen viele Kühe auch noch draußen auf den Wiesen.

 

 

Manche Leute haben noch ein Bild vom Landwirt wie aus einer Folge der NDR-Serie „Neues aus Büttenwarder“. Schlapphut, büschen beschränkt, und immer feste die Gülle raus auf den Acker. So ein Quatsch! Den einfachen Landwirt mit Forke gibt es nicht mehr. Landwirte sind landwirtschaftliche Manager, die haben richtig Ahnung. Die Technik ist auf neuestem Stand, das Personal ist geschult, die Fahrzeuge sind top. Der Traktor, mit dem ich unterwegs bin, kostet so viel wie ein Einfamilienhaus. Ein moderner Bauer weiß immer genau, was auf seinem Land los ist – er wird nichts unternehmen, was seinem Land und seinen Tieren schadet. Er muss wirtschaftlich arbeiten, er kann auch nichts verschwenden.

Ich würde mir wünschen, dass es mehr Respekt vor Landwirten gibt. Ich verlange, dass sich die Leute, die hetzen und motzen, erst mal informieren. Und ich wünschte mir, dass die Verbraucher bereit sind, vernünftige Preise für die Produkte zu bezahlen.

Aber das Problem haben heute nicht nur Landwirte.

 

AUFGESCHRIEBEN VON STEFAN KRUECKEN, ANKERHERZ

 

KENO VEITH, JAHRGANG 1981, WUCHS IN EINEM DORF BEI WITTMUND IN OSTFRIESLAND AUF. IM ANKERHERZ BLOG „MR. OSTFRIESEN-T“ ERZÄHLT ER AUS SEINEM LEBEN. DEN KAPUZENPULLOVER KENO GIBT ES HIER.

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