Mr Ostfriesen-T: An den Rassisten von der AfD

Ich bin ein positiv denkender Mensch. Auch wenn es Ärger gibt, versuche ich immer, schlechte Stimmung mit guter Laune wegzubekommen. Nun aber ich bin ich wütend, richtig wütend.

Ich habe gelesen, dass der Bundestagsabgeordnete Jens Maier (AfD) den Sohn von Boris Becker auf Twitter als „kleinen Halb-Neger“ beschimpfte. Dass er vorher schon aufgefallen war, weil er Begriffe wie „Mischvölker“ benutzte. Er ist Mitglied des Deutschen Bundestages und, ich mochte es kaum glauben: Richter in Dresden.

 

An den Rassisten von der AfD

Ich habe mein Leben lang Rassismus erlebt. „Neger“ und „Nigger“ hat man mir hinterher gerufen, wenn ich auf den Bus wartete. Natürlich hat mich das verletzt, jedes Mal. Manche haben mich angespuckt. Gefallen lassen habe ich mir nie etwas. „Ich versuche heute, Rassismus wegzulächeln“, das stand in einer meiner Kolumnen.

„Halbneger“. Was bin ich denn dann für Jens Maier, MdB? Wenn ein Mitglied des Bundestages so etwas sagt, dann müssen wir aufstehen. Ich hoffe, dass die Anwälte von Boris Becker etwas erreichen. Die Vorstellung, dass so jemand straffrei davon kommt, finde ich unerträglich. Die Vorstellung, dass ein Rassist, von Steuergeldern bezahlt, im Bundestag sitzt, macht mich wütend.

Es darf auch nicht sein, dass wir ein solches Verhalten hinnehmen. Dazu schweigen – das geht nicht.

Ich muss zugeben, dass ich mich nicht immer für Politik interessiert habe. Doch nun geht es mich etwas an, denn ich merke, dass sich die Stimmung verändert. Gegen Minderheiten. Gegen Flüchtlinge. Gegen Menschen, die anders aussehen. AfD-Politikerin von Storch schreibt von Flüchtlingen als „Barbaren.“

Wir haben 2018, nicht 1938.

Wenn Noah Becker in einem Interview sagt, dass Berlin „weiß“ sei und er Diskriminierung spüre, wundert mich das. In Berlin? Der Metropole Berlin? Die meisten Menschen in unserem Land haben keinerlei Verständnis für Rassismus, da bin ich ganz sicher. Leute wie Jens Maier sind eine Minderheit. Wir müssen ihnen sagen, was wir von ihnen halten.

Klei mi am Mors.

 

Aufgezeichnet von Stefan Kruecken

KENO VEITH, JAHRGANG 1981, WUCHS IN EINEM DORF BEI WITTMUND IN OSTFRIESLAND AUF. ER ARBEITET ALS “LOHNER” BEI CARSTEN MEYER LOHNUNTERNEHMEN. IM ANKERHERZ BLOG MR. OSTFRIESEN-T ERZÄHLT ER AUS SEINEM LEBEN. SEINEN NEUEN KAPUZENPULLOVER “JASSES” GIBT ES HIER.

 

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