Nordsee: Deutlich weniger Seehunde als 2021 gezählt

Experten haben in der Nordsee deutlich weniger Seehunde gezählt als in den Jahren zuvor. Insgesamt ging die Zahl der Jungtiere sogar um 22 Prozent zurück – und auf Helgoland wurde nur ein einziges Jungtier gesichtet. Die Ursache? Ist noch nicht ganz klar, doch die Forscher haben eine Vermutung.

Jedes Jahr zählen Fachleute den Bestand der Seehunde in der Nordsee. Immer während der Fortpflanzungszeit im Juni und zur Zeit des Fellwechsels im August, wenn sich die Tiere auf den Sandbänken tummeln und besonders gut beobachtet werden können. Um die Tiere nicht zu erschrecken, zählen die Wissenschaftler aus der Luft (zum Hintergrund geht es HIER im Ankerherz Blog).

Wie das Wattenmeer-Sekretariat in Wilhelmshaven nun bekannt gab, zählte man in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden insgesamt 23.652 Seehunde. Weniger Tiere waren es seit Beginn der Zählungen nur 2011.

In Zahlen: Statt 10.903 Jungtieren (2021) waren es im gesamten Wattenmeer noch 8.514. In Schleswig-Holstein brach die Zahl um ein Viertel ein und auf Helgoland wurde nur ein einziges Jungtier gesichtet. Das ist ungewöhnlich. Auch in Niedersachsen und Hamburg sank die Zahl aller Seehunde deutlich, auf nun  4.822 – das sind  42 Prozent weniger als im Vorjahr!

Wie kommt das?

Ganz klar ist das auch den Experten nicht. Der Hauptautor des Zählberichts, Anders Galatius, vermutet, dass nach Jahren des Zuwachses möglicherweise eine natürlich Grenze erreicht ist. Das Wattenmeer kann einfach nicht noch mehr Robben ernähren. Nach einer gewissen Zeit könnte sich diese Entwicklung auch auf die Zahl der fortpflanzungsfähigen Weibchen auswirken. Dies was wiederum führt zu weniger Geburten. Dass die Zahlen allerdings so deutlich absanken, wundert die Wissenschaftler dennoch.

 

Du magst den Ankerherz Blog vom Meer? Dann freuen wir uns, wenn Du einen Kaffee ausgibst! Vielen Dank.



0 comments