OASIS: Immer wieder Wonderwall

Oasis waren meine Verbündeten, immer. Wenn wir freitagsnachmittags nach der Schule in Opas blauem Käfer losfuhren, schepperte „Live Forever“ aus dem Kassettenrekorder von der Rückbank, und wir fühlten uns wie die Könige von Holland.

Gegen das Heimweh in Chicago half „Wonderwall“, das ich so oft aus der Jukebox der Bar „Billy Goats“ an der North Michigan Avenue holte, bis jemand damit drohte, die Cops zu rufen. Dann diese Nacht in Manchester mit meinem Bruder, ein Club, in dessen Toiletten das Koks bis auf den Flur lag und Stühle flogen, als die ersten Akkorde von „Roll with it“ einsetzten.

Oasis

Oasis lieferten den Soundtrack für die kostbarsten Momente. Als unser erster Sohn geboren wurde, ließ ich – damit er zuerst was Schönes auf der Welt hörte – „Definitely maybe“ auf der Entbindungsstation laufen, wofür mich meine Frau bis heute für bescheuert erklärt. Nach der Hochzeitsfeier wurde das halbe Heidedorf wach, weil einige Gäste mit einer Gitarre fanden, dass es Zeit wurde für „Wonderwall“. Es war unser Song, denn in der ersten Nacht, als wir uns küssten, auf den Landungsbrücken von Sankt Pauli an einem neuen Tag, lief es im Taxi auf dem Heimweg.

I said maybe
You’re gonna be the one that saves me
And after all
You’re my wonderwall

Heute wird der Song 20 Jahre alt, wirklich, zwanzig Jahre.

Mein Gott, fliegt die Zeit vorbei.

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