Ostsee: Junger Kapitän rettet Segler vor einem Windpark

Ein junger Kapitän und sein Steuermanns haben verhindert, dass eine Segelyacht am Freitag bei schwerer See in den Windpark “Baltic 1” trieb. “Wir waren einfach im richtigen Moment am richtigen Ort”, sagt Kapitän Henrik Sokolowski, 32, im Gespräch mit Radio Ankerherz. Die Seenotretter lobten das Handeln der Besatzung als “außerordentlich”.

Bei schwerem Wetter hatte die 38 Fuß (ca. zwölf Meter) lange Yacht neben einem Maschinenschaden einen schweren Schaden am Rigg erlitten. Die beiden Segler an Bord, zwei Brüder, riefen kurz vor 10 Uhr per Telefon bei Verwandten an. Diese alarmierten die Seenotleitung  Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Bei stürmischen Winden um sieben Beaufort (bis 61 km/h) drohte die Segelyacht, in den Windpark zu treiben. Eine kritische Situation. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa sieben Seemeilen (13 Kilometer) nördlich von Darßer Ort und nur noch etwa eine Seemeile (1,8 km) entfernt von „Baltic 1“.

Kapitän rettet Segler vor Windpark

Der Seenotrettungskreuzer Theo Fischer wurde sofort alarmiert. Allerdings liegt er aufgrund von Baggerarbeiten im Nothafen Darßer Ort zurzeit in Barhöft. Er benötigte deshalb für die Anfahrt zum Havaristen rund eine Stunde länger als üblich. In der Zwischenzeit hatte aber der Kapitän des Frachters “Maike” (82 Meter lang) von der Notlage erfahren – und handelte sofort. Bei zweieinhalb Metern Seegang gelang es kurz vor dem Windpark und in buchstäblicher letzter Minute, eine Leinenverbindung mit dem Havaristen herzustellen. Alles andere als ein leichtes Manöver bei schwerer See und Regenschauern, so dicht an der Sperrzone des Windparks.

Seenotrettungskreuzer THEO FISCHER der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

Außerdem konnte die Frachterbesatzung den Seglern – die nur mit Handys unterwegs waren –  ein Handfunkgerät übergeben. Nur so war überhaupt eine direkte Kommunikation für die folgenden Manöver möglich. Der Seenotrettungskreuzer Theo Fischer traf kurz nach 11 Uhr vor Ort ein und nahm den Havaristen in Schlepp. Das Vorstag der Segelyacht war gebrochen. Die Besatzung hatte den Mast daraufhin notdürftig gesichert.

Um das Risiko einer langen Schleppreise bei hartem Seegang zu reduzieren, brachte die Theo Fischer die Yacht nach Absprache mit dem dort arbeitenden Bagger in den Nothafen Darßer Ort. Die Segler hatten die Yacht von Ueckermünde nach Flensburg überführen wollen.

Großes Lob der Seenotretter

Die Seenotretter betonten die “außerordentliche Leistung” der Frachterbesatzung. Trotz schwieriger Bedingungen war es ihr gelungen, die Segelyacht vor größerem Schaden und einer gefährlichen Situation zu bewahren. Das Handfunkgerät schicken die Seenotretter mit der Post zurück an die Reederei.

Auch von uns mit Ankerherz ein Riesenlob an Kapitän Sokolowski und seine Crew. Sympathisch auch eine Mail mit Fotos, die er uns schickte: “Schicke euch ein Bild von mir und meinem Steuermann Stephan Weiß. Ich will die “Lorbeeren” nicht alleine einheimsen”. Gute Reise!

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