PARTYSCHIFF AUF GRUND – Großalarm für die Hamburger Feuerwehr

Eine Seefahrt ist nicht immer lustig und auch eine erweiterte Hafenrundfahrt kann eine ziemlich gefährliche Angelegenheit werden. Diese Erfahrung machten gestern Abend (2. März) 47 Passagiere des gecharterten Partyschiffs „Großer Michel“. Sie waren ausgelaufen, um an Bord etwas über einen neuen Laufschuh zu erfahren. Kurz hinter Blankenese war für die Modejournalisten und Marketingleute die Fahrt zu Ende.

„Es gab einen mächtigen Ruck, dann legte sich das Schiff auf die Seite“, berichtete ein Augenzeuge gegenüber dem Radiosender NDR 90.3. Das 30 Meter lange Schiff – eine ehemalige Fähre der Hadag, die heute gemietet werden kann – steckte nach einem Wendemanöver auf einer unbeleuchteten Buhne fest.

Partyschiff auf Grund – Großalarm!

Die Einsatzkräfte brachten die Fahrgäste, den Kapitän und einen Hund sicher mit Kleinbooten und einer Polizeibarkasse zum Anleger Wittenbergen. Niemand wurde verletzt – es gab „nur“ einen Schreck. Mit einem Bus kamen sie zurück in den Hafen. Das Schiff konnte später am Abend von einem Schlepper zurück ins Fahrwasser gezogen werden.

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Was den Unfall auslöste, wird nun untersucht. Möglicherweise gab es ein technisches Versagen und ein Ausfall der Maschine war der Grund, warum das Partyschiff auf Grund lief. Bis die Ursache zweifelsfrei geklärt ist, hat der „Große Michel“ Fahrverbot.

Seit einigen Jahren gibt es zum Glück keine schweren Unfälle mehr, doch in der Vergangenheit waren einige tödliche Barkassen-Unglücke im Hamburger Hafen zu beklagen. Die größte Katastrophe ereignete sich am 2. Oktober 1984. An Bord der „Martina“ feierten Menschen einen Geburtstag, als die Barkasse mit einem Schleppzug kollidierte und sank. 19 Menschen, davon 11 Kinder, ertranken in der Elbe. Am 15. Februar 1972 stieß die Barkasse „Cäsar II“ auf Höhe der Überseebrücke mit einer Fähre der Hadag zusammen. 17 Schauerleute an Bord der Barkasse starben.

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Der letzte Unfall

Der letzte größere Unfall passierte Ende August 2014: Sieben Verletzte kamen ins Krankenhaus als die Barkasse „Cremon II“ nach einem technischen Defekt gegen die Ellerholzschleuse knallte. Vor drei Wochen (am 11. Februar) gab es an genau dieser Schleuse ebenfalls einen Unfall. Die Barkasse „Lütte Deern“ rammte einen Ponton an der Schleuse; acht Passagiere wurden durch Splitter einer umgestützten Vitrine leicht verletzt.

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