Rekord: So viele Kegelrobben wie noch nie auf Helgoland

Kegelrobben galten einst als ausgestorben. Weil sie Fischern den Fang streitig machten, jagte man sie erbarmungslos. Das ist lange her. Heute hat sich der Bestand nicht nur erholt – es gibt so viele Kegelrobben wie noch nie. Auf Helgoland zählt man einen neuen Geburtenrekord.

Der Schutzverein Jodsand, der sich um die Population der Kegelrobben auf der Düne kümmert, meldet einen neuen Höchststand. 669 Tiere wurden bislang in der Wurfsaison 2021/22 geboren. Die Hauptgeburtenzeit ist vorbei. Momentan kommen wöchentlich noch ein bis zwei Geburten hinzu.

Kegelrobben locken Touristen an

Seit dem Winter 1996/97 zählt man auf der Helgoländer Düne die neugeborenen Tiere. Seither steigt die Zahl kontinuierlich an. Auch in den vergangenen Jahren meldete das Wattenmeer-Sekretariat in Wilhelmshaven jedes Jahr einen neuen Höchststand.

 

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Die kleinen Robben locken jedes Jahr auf Naturfreunde und Fotografen auf die Insel Helgoland. Einige Strände sind zum gegenseitigen Schutz gesperrt, was manche Besucher aber dennoch nicht abhält. Naturschützer bitten inständig darum, ausreichend Abstand zu halten. Die kleinen Robben liegen in den ersten Wochen an Strandabschnitten, auf denen sie vom Hochwasser geschützt sind.

Umweltschützer bitten um Rücksicht

Werden sie gestört, kann die Verbindung zur Mutter abreissen. Oder die Tiere fliehen panisch ins Wasser – wo sie alleine noch nicht überleben können. Bei der Geburt haben die Jungtiere zwar ein weißes Babyfell (Wollfell genannt). Es schützt sie zwar vor Wind und Kälte – ist aber nicht wasserdicht.

Ausgewachsene Bullen können bis zu 2,30 Meter groß und mehr als 300 Kilogramm schwer werden. Die Tiere gelten als größte Raubtiere Deutschlands und können durchaus gefährlich sein. Wir erinnern uns an eine Erzählung des Helgoländer „Robbenvaters“ Horst Blädel, der von einem Tier in den Unterschenkel gebissen wurde. (Seine Geschichte erzählt er in unserem Buch „Inselstolz„.) Weibchen werden bis zu zwei Meter lang und bis zu 185 Kilogramm schwer. Täglich frisst ein erwachsenes Tier bis zu sechs Kilogramm Fisch und andere Meerestiere.

 

 

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