Runter zum Hafen

Ich weiß nicht, was das Schönste ist. Der Moment, wenn ein Schiffhorn über die Docks dröhnt. Der Blick übers Kai. Das Brummen der großen Maschinen, das aus dem Bauch der Frachter dringt. Vielleicht ist es auch nur der Gedanke an die Ferne, an das Weite. Ans Auslaufen und irgendwo ankommen. Hamburger Hafen, ein Abend im Winter.

Runter zum Hafen

Klar, die Seefahrt hat nicht mehr die Romantik von früher. Die alten Geschichten, wie sie unsere Kapitäne erzählen, von der Reede in Rio, von den Bars in Caracas, von den Abenteuern im Dschungel von Java – alles auserzählt. Heute bestimmen Kisten, Computer, Satelliten, wo es langgeht. Deutsche Matrosen gibt es nicht mehr und deutsche Kapitäne auch nur noch wenige. Die Seeleute, 2018: Wanderarbeiter, manche sagen, moderne Sklaven der Meere.

Doch an einem Nachmittag im Hafen, als Schiffsdiesel in der Luft hängt, als eine einsame Möwe über der Brache kreist, die Cap San Diego in der Sonne leuchtet wie ein schöner Schwan, dann hat die Seefahrt noch immer eine Magie. Und als wir zurück fahren, läuft Rio Reiser im Radio:

Willst du mit runter zum Hafen/
Willst du bei mir sein die ganze Nacht/
Ich geh jetzt noch nicht schlafen/
Vielleicht bleib ich bis zum Morgen wach.

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Kreuzfahrer spielt Rocksong mit seinem Schiffshorn on Okt 28 2016

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