Schiffbrüchiger durch Zufälle gerettet: Yacht brennt aus

Ein Schiffbrüchiger verdankt einer Kette von Zufällen sein Leben. Sein Motorboot brannte in der Wesermündung aus. Der Mann sprang nach dem „Mayday“ in die kalte Nordsee. Seine Rettung: Ein Hubschrauber, der wegen eines Fehlalarms in der Luft war…

Kurz vor 16:30 Uhr ging das Mayday auf Notrufkanal 16 bei der Seenotleitung in Bremen ein. Ein Skipper meldete, dass seine Yacht brannte. Er befand sich im Fedderwardersieler Fahrwasser, Höhe Leuchtturms Hohe Weg. Dann brach die Funkverbindung ab.

Die Seenotleitung alarmierte die freiwilligen Seenotretter der Stationen Fedderwardersiel und Bremerhaven. Beide Crews liefen sofort aus. Den Schiffbrüchigen rettete aber ein Fehlalarm. Vor Wilhelmshaven war fälschlicherweise ein Schwimmer in Not gemeldet worden. Daher befand sich Hubschrauber „Wiking Rescue 1“ vom Wiking Helikopter Service, den die Seenotleitung um Unterstützung gebeten hatte, in der Luft.

Schiffbrüchiger treibt in kalter Nordsee

Die Crew des Hubschraubers brauchte keine zehn Minuten ins Einsatzgebiet. „Beim Anflug sahen wir bereits dunklen Rauch“, berichtete Pilot und Flugbetriebsleiter Lars Hilgert. „Als wir näher kamen, sahen wir einen Menschen im Wasser.“

 

Im Überlebensanzug ließ man einen Rettungsassistent an einem Windenseil ins Meer hinab. Mit Hilfe einer Rettungsschlinge gelang es, den 68-jährigen Schiffbrüchigen zu sichern.  Beide wurden aufgewinscht. Für die Hubschrauberbesatzung gehört eine solche Rettung nicht zum Standardprogramm.

An Bord befand sich jedoch zu diesem Zeitpunkt eine hochqualifizierte Crew.

Yacht brennt völlig aus

Die Motoryacht brannte zu diesem Zeitpunkt bereits in voller Ausdehnung. An Bord des Hubschraubers versorgte ein Notarzt den Schiffbrüchigen. Der Mann aus dem Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein wurde sofort ins Krankenhaus geflogen.

Die brennende Yacht trieb zu diesem Zeitpunkt im normalerweise viel befahrenen Weserfahrwasser. Zuerst am Havaristen war der Windparkversorger „Mo4“ des Unternehmens Deutsche Windtechnik. Die Besatzung bekämpfte das Feuer bis zum Eintreffen des Seenotrettungsbootes.

Den freiwilligen Seenotrettern aus Fedderwardersiel gelang es, das brennende Schiff mit einer Leine zu sichern und aus dem Fahrwasser zu schleppen. Sie setzten eine Feuerlöschpumpe ein, bis zehn Minuten später der größere Seenotrettungskreuzer aus Bremerhaven eintraf.

Helikoptercrew rettet Schiffbrüchigen

Die Seenotretter löschten mehrfach den immer wieder aufflammenden Brand. Sie schleppten das Wrack bis zu einer Kabeltonne im Fahrwasser „Dwarsgat“. Dort versank die Yacht. Die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte Wind mit vier bis fünf Beaufort aus Nordwest. Die Wassertemperatur beträgt 13 Grad Celsius.

 

Unser Denkmal für die Seenotretter. MAYDAY gibt es überall im gut sortierten Buchhandel und hier bei uns im Ankerherz Buchladen.

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