Schiffbrüchiger mit Hubschrauber vom Scharhörnriff gerettet

Ein Einhandsegler ist am Dienstag von seinem gestrandeten Traditionsschiff auf dem Scharhörnriff in der Deutschen Bucht gerettet worden. Eine Hubschrauber-Crew der Northern Helikopter (NHC) holte den Mann vom Havaristen. Die Yacht musste aufgegeben werden.

Es sind ereignisreiche Tage für die Crew des Seenotrettungskreuzers Anneliese Kramer der Station Cuxhaven. Erst am Wochenende retteten sie einen Großvater und seinen Enkel vor der Insel Trischen (wir berichteten im Ankerherz Blog und auf Radio Ankerherz), nun entdeckten sie auf dem Weg von Helgoland zu ihrem Liegeplatz eine gestrandete Yacht auf Scharhörnriff. Nahezu zeitgleich meldete ein Marinehubschrauber die zufällige Sichtung. Im Seerevier befand sich zu diesem Zeitpunkt auch der Seenotrettungskreuzer Hermann Marwede, das „Flaggschiff“ der Seenotretter, auf dem Rückweg vom Crew-Wechsel in Cuxhaven.

Sofort nahmen die Seenotretter Kurs auf den Havaristen. Ein Hubschrauber mit Winde an Bord wurde sicherheitshalber über die Seenotleitung  Bremen angefordert. Der Marinehubschrauber in der Luft verfügte nicht über eine entsprechende Ausrüstung. Die gestrandete Yacht lag zu diesem Zeitpunkt bereits mitten in der Brandung. Sie wurde vom starken Westwind immer weiter auf die Sandbank gedrückt. Beide Seenotrettungskreuzer setzten ihre Tochterboote aus. Die Seenotretter konnten den Havaristen aufgrund des Wasserstandes jedoch nicht mehr erreichen.

Rettung vom Scharhörnriff

Kommunikation mit dem Segler an Bord war nicht möglich. Während die Seenotretter auf Standby blieben, setzte der  NHC-Hubschrauber „Northern Rescue 01“ ein Notfallsanitäter auf der Yacht ab. Gemeinsam wurden Segler und Sanitäter vom Hubschrauber im Doppelwinchverfahren wieder aufgenommen. Starker Wind mit bis zu sechs Beaufort und das Rigg der Segelyacht erforderten Präzisionsarbeit. Die Rettungsaktion wurde kurz nach Hochwasser durchgeführt – ein Freischleppen der Yacht vom Scharhörnriff war durch den Tidenstand nicht möglich.

Die Crew der „Northern Rescue 01“ flog den Segler, der unter leichten Unterkühlungen litt, in ein Krankenhaus ans Festland. Für die Seenotretter ist der Havarist kein Unbekannter: Erst am Sonntag hatten sie den Segler mit seiner Yacht von einer Steinbuhne vor dem Hafen von Helgoland freigeschleppt. Offenbar hatte der Mann sich heute Mittag von dort aus auf den Rückweg zum Festland gemacht und war erneut gestrandet. Warum er vom Kurs abkam und mit seinem Boot strandete, ist unklar.

Wir haben den Seenotrettern mit unserem Buch MAYDAY ein Denkmal gesetzt. Das Buch gibt es überall im Handel und hier bei uns im Online Buchladen von Ankerherz.

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