Seenotretter an Heiligabend im Einsatz für verletzten Lotsen

Alarm an Heiligabend: die Seenotretter kennen keine Weihnachtsruhe. Die Freiwilligen der Station Horumersiel waren heute schon draußen auf See für einen verletzten Losten. Zeitgleich kümmerte sich die Crew in Bremerhaven um einen erkrankten Matrosen auf einem Frachter.

Gegen 9 Uhr meldete sich das Lotsenstationsschiff „Weser“ bei der SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-Ordination Centre) der DGzRS. Beim Übersteigen von einem Containerschiff auf ein Versetzboot hatte sich ein Lotse am Kopf verletzt. Der Mann musste dringend zur medizinischen Versorgung an Land gebracht werden. Das Stationsschiff befand sich zur Unfallzeit in seinem Einsatzgebiet in der äußeren Wesermündung.

Einsätze an Heiligabend

Wenige Minuten nach dem Alarm verließ das Seenotrettungsboot WOLFGANG PAUL LORENZ die Freiwilligen-Station Horumersiel. Rund vier Seemeilen (ca. 7,5 Kilometer) nördlich der Insel Wangerooge trafen sich das rund 61 Meter lange Stationsschiff und das gut zehn Meter lange Seenotrettungsboot.

Wegen der hohen Bordwände der „Weser“ stieg der verletzte Lotse zunächst auf ein kleines Lotsenversetzboot um, bei dem die WOLFGANG PAUL LORENZ längsseits ging. Die Seenotretter übernahmen den Mann und versorgten ihn während der Rückfahrt nach Horumersiel. Dort übergaben sie ihn zur weiteren Behandlung an die Besatzung eines Krankenwagens.

Seenotretter kümmern sich um Lotsen

Währenddessen, es war 10 Uhr, ging ein weiterer medizinischer Notruf in der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS ein. Ein Matrose an Bord eines russischen Frachtschiffes klagte über starke Zahnschmerzen. Der 108 Meter lange Frachter „Viktor Zabelin“ lag zu dieser Zeit in der Wesermündung vor Nordenham-Blexen auf Reede.

 

Der alarmierte Seenotrettungskreuzer THEO FISCHER, der zurzeit die in Bremerhaven stationierte HERMANN RUDOLF MEYER während ihrer turnusgemäßen Werftzeit vertritt, machte sich auf den kurzen Weg vom eigenen Liegeplatz zum Frachter. An diesem ging die THEO FISCHER längsseits. Die Seenotretter nahmen den Matrosen sowie eine Begleitperson sicher an Bord und brachten beide nach Bremerhaven. Dort übernahm der Landrettungsdienst die Versorgung des erkrankten Seemanns.

Matrose mit extremen Zahnschmerzen

Einsätze zu Weihnachten und über den Jahreswechsel sind für die Seenotretter keine Seltenheit, das zeigt der Blick in die Logbücher aus fast 160 Jahren Geschichte der DGzRS. Die Besatzungen der Seenotrettungskreuzer gehen an den Feiertagen ihren ganz normalen Wachtörn, und auch die mehr als 800 Freiwilligen sind jederzeit einsatz- und auslaufbereit.

Weil der Welthandel keine Feiertage kennt, sind die Seenotretter an den Feiertagen wie an jedem anderen Tag im Jahr auf Ihrem Posten – rund um die Uhr, bei jedem Wetter.

Auf Radio Ankerherz grüßen wir heute Nachmittag einige Stationen. Hört rein! Ab 17 Uhr auf dem Sender. Radio Ankerherz ist der einzige deutsche Sender von der Hochsee und streamt von Helgoland in der Nordsee.

 

In unserem neuen Buch ÜBERLEBEN IM STURM berichten die Seenotretter aus Großbritannien und Irland über ihre dramatischsten Einsätze. Das Buch gibt es überall im Handel und hier bei uns im Ankerherz Buchladen. „Spannender als jeder Krimi“, schreibt die Hamburger Morgenpost.

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