Seenotretter im Einsatz vor Borkum: Schiff rammt Windkraftanlage

Ein Schiff hat vor der Nordseeinsel Borkum eine Offshore-Windkraftanlage gerammt. Drei Crewmitglieder wurden beim Unglück verletzt, eines davon schwer. Der neue Seenotrettungskreuzer auf Borkum hatte damit gleich seinen ersten Einsatz – noch vor seiner eigentlichen Taufe.

Um 18.25 Uhr am Donnerstagabend meldete sich die unter britischer Flagge fahrende „Njord Forseti“ in der Notrufzentrale der Seenotretter: Das Schiff hatte im Windpark „Borkum Riffgrund 1“ eine Windmühle gerammt. Das 26 Meter lange Crew Transfer Vessel (CTV) für 24 Passagiere befand sich etwa 24 Seemeilen (rund 45 Kilometer) nördlich von Borkum. Drei Menschen an Bord waren bei der Kollision verletzt worden, einer schwer.

 

Die Seenotretter sprachen den in der Nähe fahrenden Offshore-Versorger „Siem Barracuda“ an. „Wir wussten aus einem früheren Einsatz, dass dort ein Notfallsanitäter an Bord ist. Er hat nur wenige Minuten später mit der Erstversorgung der Verletzten begonnen“, sagt Dirk Lindemann, Wachleiter der Seenotleitung.

Unfall im Windpark vor Borkum

Seenotrettungskreuzer SK 40, die künftige, aber noch ungetaufte „Hamburg“ der DGzRS-Station Borkum, nahm Kurs auf den Unglücksort. Die Seenotretter alarmierten außerdem einen mit Notarzt besetzten Rettungshubschrauber von Northern HeliCopter. Der Havarist meldete unterdessen Schäden am Bug. Durch einen Riss, etwa einen halben Meter lang, drang Wasser ein. Auch das Zollschiff „Helgoland“ und das Mehrzweckschiff „Mellum“ eilten zur Unglücksstelle.

 

Der Rettungshubschrauber flog den Schwerverletzten von der „Siem Barracuda“ ins Universitätsklinikum Groningen und anschließend einen leichter Verletzten nach Westerstede. Das CTV „Njord Zephyr“ übernahm einen weiteren Leichtverletzten. Glücklicherweise gelang es der Crew des beschädigten Havaristen, den Wassereinbruch mit Bordmitteln unter Kontrolle zu halten. SK 40 begleitete ihn sicherheitshalber in einen niederländischen Hafen.

Erster Einsatz für die Hamburg

Der neue Seenotrettungskreuzer SK40 war erst am Mittwochabend unter großer Anteilnahme der Insulaner auf Borkum begrüßt worden. Sein Vorgänger Alfried Krupp, die Eugen der Station Norderney und das niederländische Seenotrettungsboot Jan en Titia Visser aus Eeemshaven liefen gemeinsam mit SK 40 in den Hafen ein. Die Borkumer Feuerwehr bereitete den Seenotrettern mit Martinshorn und Wasserfontänen einen Empfang. Wegen der Coronakrise konnte der neue Kreuzer, der „Hamburg“ heißen wird, nicht wie geplant am 19. April vor der Elbphilharmonie getauft werden.

 

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Bildzeilen:
(Titel) SK 40 an der Unglücksstelle, voraus der Offshore-Versorger „Siem Barracuda“ (Foto: Die Seenotretter – DGzRS)

(1) Begrüßung unter Nachbarn und engen Partnern: SK 40, ALFRIED KRUPP und das niederländische Seenotrettungsboot JAN EN TITIA VISSER (Foto: Flying Focus/Herman IJsseling)

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