Seenotretter blieben auf See – letzte Fahrt der Aldolph Bermpohl

Am 23. Februar 1967 zieht ein harter Sturm über den Norden. Auf den Inseln misst man Windgeschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern und auf der Nordsee Wellenhöhen von zehn Metern. Die Männer, die auf dem Seenotkreuzer „Adolph Bermpohl“ auslaufen wissen, dass es kein einfacher Einsatz wird.

Sie fuhren hinaus, um einem Fischkutter zu helfen, der einen Notfall meldete. Sie änderten dann aber ihren Plan, um die Besatzung eines anderen Kutters, der niederländischen „Burgemeester van Kampen“, zu retten. Das kleine Schiff meldete einen Wassereinbruch.

Die Besatzung der “Adolph Bermpohl”: Vormann Paul Denker (54), Hans-Jürgen Kratschke (27), Otto Schülke (53) und Günter Kuchenbecker (38). // Fotos: Seenotretter

„Mayday!“ – unmittelbare Lebensgefahr.

An Bord der „Adolph Bermpohl“, dem modernsten Kreuzer der Flotte, erst seit anderthalb Jahren im Dienst, waren vier Retter: Vormann Paul Denker (54), Hans-Jürgen Kratschke (27), Otto Schülke (53) und Günter Kuchenbecker (38). Ihnen gelang es, die drei Fischer in schwerer See an Bord des Begleitboots „Vegesack“ zu bringen. So lautete der letzte bekannte Funkverkehr mit der Zentrale. Der Kontakt riss ab. Vergeblich rief man während der gesamten Nacht nach den Rettern, und auch die Suche blieb erfolglos.

Was geschah, konnte nie geklärt werden, auch nicht in der Seeamtsverhandlung. „Hier war die Natur gewaltiger als der Mensch“, heißt es im Ergebnis des Gerichts. Seenotretter und Fischer hatten keine Chance.

“Wir fahren raus, wenn andere reinkommen.”

Vermutlich traf eine gewaltige Welle den Seenotkreuzer. In der Dämmerung des neuen Tages entdeckte die Besatzung der Helgoland-Fähre „Atlantis“ den beschädigten Kreuzer, und einen Tag später sichtete die Crew eines Frachters das Begleitboot „Vegesack“. Keiner der Männer war mehr an Bord. Ein Fischer und ein Seenotretter wurden nie gefunden. Insgesamt hinterließen die Seeleute acht Kinder.

Das Unglück sorgte weltweit für Schlagzeilen und ist eines der schwersten in der Geschichte der deutschen Seenotretter. 41 Männer verloren in 152 Jahren auf See ihr Leben. Auf Helgoland gab es heute eine Gedenkveranstaltung, mit der man den Männern gedachte. „Wir fahren raus, wenn andere reinkommen“, dieser Leitspruch macht die Seenoretter zu echten Helden.

 

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