Sensation: Helgoländer Möbbe auf der Insel gesichtet

Es ist nicht weniger als eine Sensation: Einer Fotografin ist es gelungen, die erste Aufnahme einer Helgoländer Möbbe zu machen. Seit dem frühen Mittelalter hält sich die Legende dieses Tieres, ein extrem seltener Hybrid aus Möwe und Robbe. Bislang gab es keinen Beweis – doch die Coronakrise macht es nun möglich.

Die Helgoländer Möbbe galt bislang als eine Art „Nessy“ von Helgoland. Ein Fabelwesen, über das viel gesprochen wird – von dessen Existenz es aber keinen Beweis gab. Bereits in der Legende von Klaus Störtebeker, dem legendären Piraten, taucht die Helgoländer Möbbe auf. Belegt ist unter anderem diese Textstelle:

De Wulken ann Himmel vun Helgoland warn roth
Dat Allens so still,
Ik weet nich, wa’k will
Ik glöv, mi is truri to Möbb

Immer wieder wurde im Laufe der Jahrhunderte spekuliert, was es mit diesem sagenhaften Fabelwesen auf sich haben könnte. Alte Insulaner berichteten, dass die Möbbe im Bereich der Langen Anna nisten muss. Auch Fischer und Börtebootfahrer wollen sie immer mal gesehen haben. Was bis heute mit heute mit übermäßigem Alkoholkonsum abgetan wurde. Das Tier gilt als extrem scheu, ähnlich wie der Helgoländer Albatros. Auch im Fall dieses Vogels ist es nur wenigen Fotografen gelungen, ein Bild aufzunehmen.

Eine Sensation: das erste Foto der Helgoländer Möbbe

Nun können seit zwei Wochen wegen der Coronakrise keine Touristen auf die Insel kommen. Es ist ruhig auf Helgoland, wie sonst nur im tiefsten Winter. „Ein magischer Moment“, sagt die Fotografin Anja Zervoß, der die sensationelle Aufnahme gelang. „Ich lag im Gras auf Oberland, als die Möbbe vorbei flog. Sie sah mich kurz an und drehte dann Richtung Lange Anna ab.“

Bürgermeister Jörg Singer rechnet damit, dass die Sichtung der Helgoländer Möbbe sich positiv auf den Tourismus auswirken wird. „Die Entwicklung der letzten Jahre war extrem positiv“, sagt Singer. Sobald die Fähren wieder Passagiere mitnehmen können, erwartet man ohnehin ein extremes Gästeaufkommen. In einer ersten Stellungnahme der Reederei Cassen Eils heißt es, dass man über den Einsatz einer zusätzlichen Fähre nachdenke. Für den Firmengründer Cassen Eils wäre die Sichtung eine Genugtuung: Er berichtet in unserem Buch „Orkanfahrt“ über ein „Krokodil vor Langeoog“, was zu einem Leidwesen stets als „Seemannsgarn“ bezeichnet wurde.

 

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