The Gentleman: Wer ist der Tote aus der Nordsee vor Helgoland?

Wer ist der unbekannte Tote vor Helgoland? Vor 28 Jahren zog der Bundesgrenzschutz See die Leiche eines Mannes aus der Nordsee. Sie trieb westlich der Insel und war mit Gewichten beschwert. Nun bitten die Ermittler der Kripo Wilhelmshaven die Öffentlichkeit um Mithilfe.

Der Leichnam aus der Nordsee vor Helgoland trug eine Krawatte und teure Schuhe. Wegen seines Erscheinungsbildes erhielt der Tote den Spitznamen „The Gentleman“. Die Polizei weist aber in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die bisherigen Ergebnisse zu relativieren seien. „Die Krawatte stellt ein Massenprodukt dar und die Schuhe waren bereits repariert und wiesen weitere Tragespuren auf. Daher ist daher nicht zwingend vorauszusetzen, dass der Tote wohlhabend gewesen sein muss“, heißt es.

Leiche trieb westlich vor Helgoland

Wer ist der Mann? Die Ermittler der Polizeiinspektion Wilhelmshaven hoffen, die Identität des unbekannten Toten mit einer erneuten Öffentlichkeitsfahndung klären zu können. Beim ersten Aufruf um Mithilfe (wir berichteten im Ankerherz Blog) gingen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Oldenburg knapp 50 Hinweise  ein.

Vor allem zur Krawatte. Sie wurde demnach für das britische Unternehmen Marks & Spencer hergestellt, für den englisch- und französischsprachigen Vertriebsraum. Dieser erstreckte sich 1994, als der Mann in der Nordsee westlich von Helgoland versenkt wurde, bis nach Kanada.

Fotografische Gesichtsrekonstruktion des unbekannten Toten. Foto: Kripo Wilhelmshaven

 

Fußleisten aus Gusseisen sollten den Leichnam auf den Meeresboden sinken lassen. 24.5 Zentimeter lang, acht Zentimeter breit, sechs Zentimeter hoch, mit der Prägung „A J K“. Sie wurden wahrscheinlich für Reparaturarbeiten an Damenschuhen genutzt. Das Zeichen A J K war das Warenzeichen von „A J Jackson aus Kingswood“ in Bristol. Das Unternehmen existierte vom späten 19. Jahrhundert bis zur Mitte der 60er Jahre. Es wurde von der Firma Cheaneys (Adresse: Nelson Street, Kettering, GB) übernommen, die es ebenfalls nicht mehr gibt. Vermutlich stammen die Leisten aus den 20er oder 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Fragen zu den Schuhleisten

Die Ermittler der Polizei Wilhelmshaven werden durch mehrere Einrichtungen unterstützt. Durch die Polizeiakademie Niedersachsen und die britischen Universitäten Staffordshire und Plymouth Marjon, den „Human Remains Service Ireland“ und die NGO „Locate International„. Im Dezember 2021 gelang es, das DNA-Profil des Toten zu isolieren. Es wird aktuell mit nationalen und internationalen Datenbanken abgeglichen.

Die Polizei wendet sich mit diesen Fragen an die Öffentlichkeit:

  • Wer erkennt an Hand der fotografischen Gesichtsrekonstruktion eine Ähnlichkeit zu einer Person, die möglicherweise vermisst wird?
  • Wo kamen diese Schuhleisten zum Einsatz?
  • Wo wurden diese Schuhleisten Anfang der 1990er Jahre vermisst?

Sachdienliche Hinweise bitte schriftlich an die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland unter Verwendung der E-Mail Adresse: unbekannter-toter-vor-helgoland@pi-whv.polizei.niedersachsen.de oder telefonisch unter der Rufnummer 04421 942-0.

 

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