Übung vor Helgoland: Havariekommando schleppt Großtanker

Es ist ein Szenario, das vielen Menschen an der Küste und auf den Inseln Sorge bereitet: Ein großer Tanker oder Frachter  treibt hilflos auf der Nordsee. Viele erinnern sich noch an die Havarie der “Glory Amsterdam“, die vor Langeoog strandete. Nun hat das Havariekommando Cuxhaven den Ernstfall vor Helgoland trainiert. Mit einem großen Rohöltanker.

Das “Versuchsschiff” Loch Rannoch war ungewöhnlich groß. Ein Rohöltanker, 270 Meter lang, 46 Meter breit, unter der Flagge Großbritanniens. Mit diesem Tanker spielte das Havariekommando aus Cuxhaven ein Notschleppszenario unter echten Bedingungen durch. Ein Boardingteam aus vier Bergungsexperten wurde von dem Helikopter für maritime Notfallvorsorge auf dem Tanker abgesetzt. Sie Männer assistierten beim Herstellen einer sicheren Schleppverbindung. Die Besatzungen der Mehrzweckschiffe Neuwerk und Mellum sowie des Notschleppers Nordic übten das Anlaufen und Manövrieren an den treibenden Tanker.

Mehrzweckschiff Neuwerk vor der Insel Neuwerk. Foto: Ankerherz

Havariekommando übt Notfall

Zum Herstellen der Schleppverbindung wurde das Emergency Towing System (ETS) genutzt. Dies ist eine Vorrichtung, die weltweit für Tanker ab einer Größe von 20.000 Bruttoregistertonnen (BRZ) vorgeschrieben ist und den Aufbau einer sicheren Schlepp- verbindung erleichtert. “Aus operativer Sicht würde das Havariekommando begrüßen, dass auch andere Schiffstypen als Tanker mit vergleichbaren Systemen ausgestattet werden”, hieß es in einer Stellungnahme aus dem Havariekommando.

Die als Notschlepper eingesetzten Schiffe zogen den Tanker auf verschiedenen Kursen. Aus der Luft lieferte das Schadstoffüberwachungsflugzeug Do 228 Informationen an den On Scene Coordinator (OSC) auf der Neuwerk. Bleibt zu hoffen, dass es niemals zum Ernstfall kommt.

Vorbereitet ist das Havariekommando nun. 

Sorgte für Sorgen an der Nordseeküste: die “Glory Amsterdam”.

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