Umweltsünder im Video: Millionenstrafe für Reederei

Umweltsünde auf hoher See: Braune Pampe voller Ölrückstände läuft durch einen Schlauch in den Golf von Mexiko. Aufgenommen wurden die Bilder von einem Crewmitglied des Tankers “Nave Cielo”, der sie den amerikanischen Behörden übergab.

Das Schiff befand sich auf dem Weg von New Orleans nach Europa und hatte grade internationale Gewässer erreicht, als man die Umweltsünde beging. Mehr als zehn Minuten lang lief das Zeug in die see. Ein Seemann an Bord konnte das anscheinend nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Er filmte die Sauerei mit seinem Handy. Als Mitglieder der US-Küstenwache am 7. Dezember 2017 vor Delaware City zu einer Routinekontrolle an Bord kamen, übergab er den Behörden seine Videos.

Ein Seemann mit Zivilcourage

Eine mutige Aktion des Seemanns, das steht fest. Seine Zivilcourage hat nun Folgen für die griechische Reederei “Navimax Corporation”. Sie wurde von einem amerikanischen Gericht zu einer Geldstrafe in Höhe von zwei Millionen US-Dollar verurteilt. Außerdem steht die Reederei für vier Jahre unter Beobachtung.

Bleibt die Frage, ob diese Strafe wirklich ausreichend ist und abschreckende Wirkung hat. Die griechische Reederei ist auf den Cayman Islands registriert. Mal sehen, ob es sich um eine Briefkastenfirma handelt, die nun versucht, die Strafe mit irgendwelchen Tricks zu umgehen. Sinniger wäre es vermutlich, auch den Kapitän des Schiffes in die Strafe einzubeziehen. Wenn Seeleute wegen eines solchen Umweltverbrechens das Patent verlieren, wäre dies ein deutliches Warnsignal.

Seht Euch diese Sauerei an.

Dies erinnert uns an den riesigen Ölteppich, der im August auf Helgoland zutrieb. Zeitweilig drohte den Stränden der Insel eine Ölpest. Das Zeug sank auf den Meeresboden. Was aber nicht bedeutet, das es sich einfach auflöst. Wir haben nichts mehr von dem Fall gehört – und hören in den nächsten Tagen bei den Behörden nach,  ob der Verursacher nun ermittelt werden konnte.

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