VON JENEN, DIE UNS DIE AUGEN ÖFFNEN

„Es würde zu weit gehen, wenn ich behauptete, dass das Buch mir Angst gemacht hat. Aber die Interviews beschreiben die Arbeit der Fotografen sehr anschaulich, teilweise drastisch und sich diese Situationen vorzustellen, ist extrem beunruhigend.“

So schreibt ein Rezensent von kwerfeldein, einem der wichtigsten Blogs zum Thema Fotografie.

Wir haben „Bilderkrieger“ verlegt, ein Buch, in dem Kriegsfotografen aus ihrem Leben berichten, weil es uns ein Anliegen ist. Wir wollen die Geschichten von jenen erzählen, die alles riskieren, um uns die Augen zu öffnen. Ein Buch, das Ende des Jahres 2015 von einer traurigen Aktualität ist. Es zeigt eine Welt, aus der gerade hunderttausende Menschen zu uns fliegen – und weckt Verständnis. Für die Opfer, und auch für die Frauen und Männer, die das Leiden in Syrien, im Irak und anderswo dokumentieren, und dafür bereit sind, den höchsten Preis zu bezahlen.

Einer der mutigen Journalisten, Joao Silva, verlor im Einsatz beide Unterschenkel, als er im Irak auf eine Personenmine trat. Eine junge Foto-Reporterin berichtet, wie es ist, mit zehntausend Dollar unter der Schutzweste die gefährlichsten Orte der Welt aufzusuchen, um wenige Tage später die kleine Tochter in den Kindergarten zu bringen. Andere erzählen von der Frustration, in einer abgestumpften Medienwelt kaum noch durchzudringen. Anja Niedringhaus, diese wundervolle Frau, wurde kurz nach Erscheinen des Buches ermordet, an einem Checkpoint in Afghanistan. „Von hundert Kriegsfotografen machen vielleicht zehn oder zwanzig weiter.  Der Rest wird entweder getötet, verwundet, bekommt Schiss oder heiratet“, sagt Patrick Chauvel, einer von ihnen. Oder er handelt sich um Don McCullin, den legendären Briten, der noch mit weit über 70 Jahren in den Bürgerkrieg von Syrien reist, weil er denkt, dass es seine Pflicht ist. Er hat für dieses Buch eines seiner seltenen Interviews gegeben.

Herausgeber von „Bilderkrieger“ ist der New Yorker Mike Kamber, der seit 25 Jahren als Fotojournalist die Krisengebieten dieser Welt bereist. Seine Bilder aus Ländern wie Somalia, dem Kongo, Afghanistan oder dem Irak wurden weltweit veröffentlicht und mit dem renommierten World Press Photo Award ausgezeichnet. Viele seiner Aufnahmen bleiben für immer in seinem Kopf, erinnern ihn an das Leid und die Grausamkeiten, die Menschen einander zufügen.  In Gespräche mit Kollegen zeichnet Kamber ihr Leben nach. Entstanden sind dabei keine Interviews im klassischen Sinn: So offen, wie es nur unter Freunden und engen Kollegen möglich ist, erzählen einige der berühmtesten Kriegsfotografinnen und –fotografen von den persönlichen Motiven für ihren Beruf, ihren Ängsten und Hoffnungen.

„Aufrüttelnd und wichtig!“, nennt es Campino, der Sänger der Toten Hosen. Wir möchten Euch einladen,  die Geschichten dieser Helden des Alltags zu lesen und Euch Ihre Bilder anzusehen. Eine Leserin schrieb, es habe ihr Leben verändert.

 

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