Von Welle in Atlantik gezogen – Deutsche ertrinkt auf Island

Das Unglück am schwarzen Strand von Reynisfjara (9. Januar) hat leider ein tragisches Ende gefunden. Gestern Abend ist die 47-jährige Deutsche, die von einer großen Welle in den Atlantik gezogen wurde, in einer Klinik in Reykjavik verstorben. Die Frau war mit ihrem Mann und zwei Kindern unterwegs. Der Notruf war am Mittag eingegangen; nach einer Stunde wurde die Frau von Rettungskräften gefunden und mit einem Hubschrauber in die Hauptstadt geflogen. Leider kam die Hilfe zu spät.

Nach Angaben der Polizei in Süd-Island herrschten zum Zeitpunkt des Unglücks extremer Wellengang mit einer starken Unterströmung, die Menschen im Sand die Beine wegzieht. Der Strand ist heute von den Behörden geschlossen worden. Erst im vergangenen Jahr ertrank hier ein Tourist aus China; im Jahr 2007 konnte eine amerikanische Besucherin nur tot geborgen werden. Reynisfjara ist eine der beliebtesten Attraktionen in Island, wegen des schwarzen, vulkanischen Strandes. Auch ist der Abschnitt der Küste für seine spektakuläre Atlantik-Brandung bekannt. Schilder warnen Besucher vor der Gefahr, die von den Wellen ausgeht – doch diese werden leider oft ignoriert.

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Foto: Iceland Monitor // Jónas Erlendsson

Unglück auf Island – Gefahren werden ignoriert

Die isländischen Behörden weisen ebenso wie viele Freunde in Island-Foren darauf hin, dass die Insel bei aller Schönheit eben kein Abenteuerspielplatz oder ein befahrbares Naturmuseum ist. Im vergangenen Jahr besuchten 1.7 Millionen Besucher Island – ein neuer Rekord, der auch zu vielen Diskussionen über die Verträglichkeit für die Umwelt führte. Berichte von Touristen, die Gefahren der Natur unterschätzen oder sich daneben benehmen, häufen sich. Es wurde ein Autofahrer beobachtet, die mit einem Mietwagen auf einen Gletscher (!) fuhren. Andere klettern in Gebiete mit heißen Quellen oder balancieren für ein Foto auf glitschigen Steinen in der Nähe von Wasserfällen. Vom Strand von Reynisfjara kursieren etliche Videos von Mutproben, in denen sich Besucher in letzter Sekunde in Sicherheit bringen.

vik

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